Die Straßen sind überfüllt

Neuried hat Sperrmüll-Chaos satt

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Vom Fahrrad bis zu den Pantoffeln ist im Neurieder „Sperrmüll“ alles dabei.

Neuried - Kühlschränke, Lampen, defekte Crosstrainer bis hin zu Kleidung und Pantoffeln - das Viertel möchte sein Sperrmüll-Problem so schnell es geht in den Griff bekommen

„So ging es einfach nicht mehr weiter“, sagt Gemeindesprecherin Inke Franzen. Kaputte Kühlschränke, Lampen, Autobatterien, Kartons oder Akten: Das alles haben Neurieder Bürger schon für den Sperrmüll auf die Straße gestellt – und sich dann gewundert, dass der Unrat nicht abgeholt wurde. „Dabei steht überall ganz klar, was Sperrmüll ist und was nicht. Auf der Homepage, dem Abfallkalender, in den Gemeindeschaukästen. Und trotzdem steht da alles Mögliche“, sagt Franzen. Hinzu kommt: Immer wieder wühlen Sammler in den Hinterlassenschafen. „Die Sperrmüllhaufen werden großflächig auseinandergezupft“, beschreibt es Neurieds Bürgermeister im Dezember in der „Rats(ch)post“. Gleichzeitig beschweren sich Bürger immer wieder darüber, dass im Ort Müll herumliege.

Da steht dann gerne mal alles am Straßenrand - bis hin zum defekten Crosstrainer.

Im Herbst habe sich ein älterer Herr sogar beschwert: Er komme vor lauter Müll vor seinem Gartentor nicht mehr aus dem Haus. Die Lösung: Ab sofort wird es keine Sammel-Abholtermine für Sperrmüll mehr im Ort geben. Wer Spermüll hat, muss diesen nun anmelden – und erklären, warum er ihn nicht selbst zum Wertstoffhof bringen kann. Eine entsprechende Meldekarte soll bis Mitte März erstellt werden. Jede Sperrmüll-Abholung kostete die Gemeinde etwa 10 000 Euro, rechnet Milan Jermar vom Umweltamt vor. Was vom Sperrmüll übrigbleibt, muss dann separat vom Bauhof eingesammelt werden – und kostet erneut: Arbeitsstunden, Aushilfskräfte, Transportfahrzeuge. „Beim letzten Mal war der Bauhof eine Woche unterwegs, um die Gemeinde wieder in Ordnung zu bringen“, so Jermar. Etwa zehn Kubikmeter Schrott kamen so zusammen. Dabei könne jeder Bürger zwei Mal wöchentlich jeglichen Unrat im Wertstoffhof abgeben. „Sogar kostenlos, das bieten nicht mehr viele Gemeinden so an“, wirbt Jermar. Kostenlos wird zwar auch die neue Sperrmüll-Abholung grundsätzlich bleiben ­– nur bürokratischer für den Einzelnen. Ohnehin ist die neue Sperrmüllregelung nur ein Pilotprojekt, ausgelegt auf ein Jahr. „Es könnte ja auch sein, dass in Zukunft vermehrt Müll in unseren Wäldern liegt“, so Franzen. Das sehe man spätestens beim Ramadama Mitte April. In dem Fall könnte die Neuregelung noch einmal überdacht werden. Romy Ebert-Adeikis

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