Ende Mai sollen die Bagger anrollen

Hettlage-Areal: Jetzt kommt der Abriss

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Seit zwölf Jahren verkommt das Hettlage-Gelände. Damit ist jetzt Schluss.

Neuried - Schritt für Schritt wird das Hettlage Areal abgetragen. Doch nach 12 Jahren Stillstand gibt es einen Wermutstropfen

Seit zwölf Jahren ist das Neurieder Firmengebäude des einstigen Textilunternehmens Hettlage schon eine Ruine. Doch dem „Schandfleck“ der Gemeinde droht jetzt endgültig die Abrissbirne. „Ich gehe davon aus, dass der Abbruch in vier Wochen beginnt“, sagt Bürgermeister Harald Zipfel (SPD). Bislang konnten nur Vorarbeiten geleistet werden, weil Fledermäuse im Winter das Haus noch als Quartier nutzen. Diese Schonfrist ist jetzt abgelaufen.

Kleiner Wermutstropfen für den Bürgermeister: Eine gezielte Sprengung der Ruine, die „Symbolcharakter“ gehabt hätte, wird es nicht geben. „Die Auflagen waren zu hoch. Man hätte die Karwendelstraße komplett sperren müssen“, erkärt Zipfel. Stattdessen wird der Abbruch Schritt für Schritt per Bagger erfolgen.

Investor Andreas Lesser

„Der Abbruch wird sich auf jeden Fall bis August hinziehen“, erklärt Investor Andreas Lesser (Foto) gegenüber Hallo. In Kombination mit dem langwierigen Genehmigungsverfahren – auch wegen zahlreicher Einwände von Anwohnern und Institutionen – werde das Projekt langsam zum Geduldsspiel. „Alle interessierten Firmen wollen spätestens Anfang 2020 einziehen, das wird knapp“, sagt Lesser. Auch die Gemeinde geht davon aus, dass der Neubau frühestens Ende 2019 bezugsfertig sein wird. Zumal immer keine Einigung über die endgültige Höhe des Gewerbeteils gefunden ist. Während die Gemeinde an einer maximalen Höhe von 20 Metern – inklusive Dachaufbauten – festhalten will, plädiert Lesser dafür, diese in die Höhe nicht einzurechnen.

Einen Mieter schon vergrault

Einen potenziellen Mieter hat der Dauerstreit jedenfalls schon abgeschreckt. Lange Zeit hatte ein großes amerikanisches Unternehmen für Medizintechnik ins Auge gefasst, den Gewerbeneubau komplett zu mieten. „Das ist inzwischen vom Tisch“, bestätigt Lesser. Jetzt sind dem Investor zufolge noch neun Firmen interessiert, mit zwei weiteren werden jetzt Gespräche geführt. Sie wollen zwischen 500 und 6000 Quadratmetern anmieten. „Das Areal wird nicht lange leerstehen“, übt sich der Bürgermeister Zipfel unterdessen in Optimismus: Dass dort überhaupt gebaut werden kann, soll der Gemeinderat noch möglichst vor den Sommerferien beschließen. Romy Ebert-Adeikis

Über die Entwicklungen vor Ort informieren SPD-Gemeinderäte am Donnerstag, 12. April, ab 17.30 Uhr, an der Bushaltestelle vor dem Hettlage-Gelände und beantworten Fragen.

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