Kostenfrage geklärt

Freie Fahrt für U6: U-Bahn fährt bald bis Martinsried

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Noch eine Fotomontage: Die Haltestelle der U6 am Forschungszentrum in Martinsried.

Martinsried: Schon bald wird auf der U6 der Planegger Ortsteil Martinsried als Endhaltestelle stehen. Nach zähem Ringen vermeldet das Landratsamt: „Die U6 wird nach Martinsried rollen.“

Lange wurde um die Verlängerung der U6 von Großhadern nach Martinsried gerungen. Nun wurde der Durchbruch erzielt: Die Frage um die Folgekosten ist geklärt – zumindest mündlich. Jetzt müssen noch die Verträge unterzeichnet werden und der Planegger Gemeinderat zustimmen. Dann kann endlich mit dem Bau begonnen werden.

Auf rund 100 Millionen Euro schätzt Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) die reinen Baukosten für die rund einen Kilometer lange Strecke. Doch diese Kosten waren nicht der Streitpunkt. Vielmehr ging es unter anderem darum, wer die Folgekosten für den Unterhalt der U-Bahnlinie tragen soll (Hallo berichtete). Die Abstimmung der vertraglichen Details gestaltete sich schwierig, wodurch der „Zug“ vorübergehend etwas ins Stocken geriet. Um den „gordischen Knoten“ bei der komplexen Vertragsgestaltung zu durchschlagen, hatte Landrat Christoph Göbel nun zu einem runden Tisch geladen, bei der alle Unklarheiten offenbar beseitigt werden konnten.

Wie genau die Streitpunkte letztlich gelöst wurden, lässt Hofmann offen, solange die Einigung nur mündlich fixiert ist. Er sagt nur soviel: Die strittigen Punkte seien „nicht zum Schaden der Gemeinde“ entschieden worden. Ein Punkt ist allerdings noch offen: „Die Pachthöhe für die Strecke, welche die Stadtwerke München an die Gemeinde bezahlt, wird in einer Gesprächsrunde mit Landratsamt, Stadtwerken und Gemeinde noch vereinbart werden müssen“, sagt Hofmann.

Anschließend muss der Gemeinderat das Vorhaben noch absegnen. Nach dem erfolgten Beschluss – voraussichtlich im Herbst 2017 – wird laut Hofmann eine Gesellschaft gegründet, die nach Bestellung des Projektmanagers, der noch ausgeschrieben werden muss, ihre Arbeit aufnimmt.

„Wir arbeiten in der Gemeinde mit Hochdruck daran, die letzten Unebenheiten zu glätten“, erklärt Hofmann. Er rechnet fest damit, dass seine Voraussage aus dem Sommer 2016 eintritt: „Damals habe ich prophezeit, dass der Spatenstich noch im Landtagswahlkampf 2018 erfolgt.“

Ins gleiche Horn stößt auch Landrat Göbel: „Alle Projektbeteiligten sind zuversichtlich, sich im kommenden Jahr zum Spatenstich in Planegg zu treffen und damit sichtbar werden zu lassen, für was Bürger und Politik lange gekämpft haben.“ Andreas Daschner

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