Bürgerversammlung Neubiberg: Thema „Asyl“

Eine „Marathonaufgabe“

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Zur Neubiberger Bürgerversammlung kamen nur rund 50 Bürger. Stellvertretender Landrat Otto Bußjäger sprach zum Thema Asylbewerber und warb um Verständnis.

Deutliche Worte fand der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger bei der jüngsten Neubiberger Bürgerversammlung zum Thema „Asyl“; vor allem appellierte er an die Offenheit der Bürger.

Otto Bußjäger (CSU) rief in seiner Rede dazu auf, dass es „ein offenes Herz und klaren Verstand“ brauche, um „diese Marathonaufgabe zu schaffen“. Dass es 3500 Flüchtlinge werden, „hat im Jahr 2014 niemand geglaubt“, so Bußjäger zu den gerade mal gut 50 Bürgern in der Aula der Grundschule. Professor Matthias Heinitz, der Vizepräsident der Bundeswehr-Universität erklärte, dass die Bundeswehr die Fläche, auf der aktuell 300 Flüchtlinge untergekommen seien, für drei Jahre zur Verfügung gestellt habe. „Dann brauchen wir die wieder“, so Heinitz.

Die Traglufthalle habe eine Welle der Hilfsbereitschaft bei den Bundeswehr-Studenten ausgelöst. Bei manchen könne er aber nur hoffen, dass sie ihr Studium trotzdem wie vorgesehen schaffen, sagte der Neubiberger lächelnd. Bürgermeister Günter Heyland unterstrich, dass die Gemeinde bis Ende 2016 „möglichst viele Grundstücke brauche“, um die zu erwartenden rund 400 Menschen „dezentral unterzubringen“. Er versicherte, die Traglufthalle solle nur bis September 2016 stehen. Die wegen ihr erlassene Allgemeinverfügung gelte nur bis 16. November 2016, um genügend Zeit für die Abbaumaßnahmen zu haben. Erleichtert berichtete er, dass inzwischen auch 30 Frauen mit Kindern in der Traglufthalle wohnen. Der Helferkreis Asyl Neubiberg überlege mit den weiteren Zuständigen, „wie wir vielleicht eine Kinderbetreuung mit Sprachtraining in der Traglufthalle anbieten können“, so Heyland. Die Gemeinde könne an Asylbewerber derzeit nur begrenzt Kinderbetreuungs-Plätze vergeben. Die Vergabekriterien gelten für alle gleich. Daher hätten Kinder, deren Eltern beide arbeiten, Vorrang. Die Sorge eines Vaters, er bekomme wegen der Flüchtlingskinder keinen Betreuungsplatz für seine Tochter, sei unnötig. Bejahen konnte Heyland die Frage, ob anerkannte Asylbewerber in jede beliebige Gemeinde ziehen dürften. „Die erste Familie aus Syrien, die in Neubiberg wohnte (Kaiserstraße) ist nach der Anerkennung nach Dillingen gezogen. Sie fanden dort eine bezahlbare Wohnung, Arbeit, Schule und ebenso wie bei uns einen Helferkreis, der sich um sie kümmerte“, belegte er. Eine andere Bürgerin regte an, „die Flüchtlinge in kleinere Arbeiten mit einzubeziehen und sie so sinnvoll zu beschäftigen“.Das Bauamt Neubiberg überlege bereits, in welchen Bereichen ihr Einsatz sinnvoll sei, vorausgesetzt sie dürften von ihrem Status her arbeiten. „Es wäre zumutbar, dass die Flüchtlinge einen eigenen Kaffeebecher selbst haben und abwaschen“, meinte ein Anwohner von Auf der Heid. Er wies auf die zahlreichen Einweg-Pappbecher hin, die rings um die Traglufthalle umherliegen. Das müsse man mit dem Catering-Unternehmen besprechen, meinte Heyland. Er will sich aber auch mal zu Essenszeiten in der Halle umgucken. Das Thema wurde insgesamt sehr sachlich geführt.

ola

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