Nach Söder-Versprechen und Aufstand der Münchner Nordgemeinden

Jetzt platzt die MVV-Tarifreform

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Nachdem Söder das 365-Euro-Ticket ins Gespräch gebracht hat hält der Aufstand der Münchner Nordgemeinden an. Scheitert die Tarifreform?

München/Unterföhring - Ein 365-Euro-Ticket für München ist zwar nach Söders Versprechen im Gespräch, seine Durchsetzung lässt aber wohl auf sich warten - Scheitert daran die Tarifreform?

Die geplante MVV-Tarifreform mit einer einheitlichen Zone für ganz München zum Preis von monatlich 59,90 Euro ist vorerst geplatzt. Grund ist zum einen der anhaltende Widerstand aus dem Münchner Norden. Denn: Mit der neuen Tarif­reform werden die dortigen Gemeinden wie Unterföhring, Garching, Ismaning und Schleißheim größtenteils vom günstigen Einheitstarif ausgeschlossen, die Fahrten in die Innenstadt verteuern sich. „Wir sind mit dem Ziel in die Verhandlungen gegangen, mit allen 29 Städten und Gemeinden in den Innenraum zu rutschen“, sagt Ismanings Bürgermeister Dr. Alexander Greulich. „Davon sind wir weit entfernt. Der Freistaat steht in der Verantwortung, in Sachen öffentlicher Nahverkehr deutlich nachzubessern.“

Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich hofft auf eine deutliche Nachbesserung des öffentlichen Nahverkehrs.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sein übrigens dazu beigetragen, dass der Münchner Landkreis zurückrudert. Seine Ankündigung eines MVV-Jahrestickets für 365 Euro stellt für den Sprecher der Landkreise im MVV-Gebiet, Robert Niedergesäß, laut tz einen „Paradigmenwechsel“ da. Es ergebe keinen Sinn, einen MVV-Tarif zu beschließen und innerhalb weniger Jahre wieder etwas Neues zu beschließen.

Bürgermeister Josef Schmid (CSU), der gemeinsam mit OB Dieter Reiter (SPD) für die Tarifreform gekämpft hatte, widerspricht: „Vor 2030 kann das Ein-Euro-Ticket nicht kommen, wie Markus Söder das auch gesagt hat.“

Der Verkehrsausschuss des Kreistags wollte ursprünglich am heutigen Mittwoch über die MVV-Reform beraten. Doch das scheint jetzt vom Tisch...

Julia Langhof

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