Das sagt die Polizei einen Tag nach Leichenfund

Identität der Toten am Feringasee geklärt

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Arbeiter hatten im hinteren Eck eines Parkplatzes am Feringasee die Überreste einer verbrannten Leiche gefunden. 

Landschaftsgärtner haben am Feringasee in Unterföhring einen grausigen Fund gemacht: Sie entdeckten die verkohlte Leiche einer Frau. Jetzt gibt die Polizei München Details bekannt.

Unterföhring -  "Wir haben recht schnell festgestellt, dass es ein Tötungsdelikt ist", erklärt Kriminalhauptkommissar Herbert Linder in der Pressekonferenz der Mordkommision München. Am Feringasee hatten Landschaftgärtner bei Mäharbeiten am Rand des Parkplatzes 4 die Leiche einer verbrannten Person gefunden. Die Obduktion in der Rechtsmedizin München ergab, dass es sich bei der Leiche um eine in München lebende 35-Jährige Frau handelt. "Die Geschädigte arbeitete bei einem Hightech-Unternehmen als Advance-Project-Managerin und stammt ursprünglich aus Sachsen", sagt Linder. Für diese Firma sei dies eine verantwortungsvolle Tätigkeit. 

Weder Todesursache noch Tatort sind bekannt

Zur genauen Todesursache und zum Tatort kann die Polizei noch keine genauen Angaben machen. "Sicher ist, dass der Auffindeort der Leiche nicht der Tatort ist", sagt Linder. Der Täter habe die Leiche vor Ort in Brand gesteckt, vermutlich um die Identifizierung zu erschweren oder Spuren zu verschleiern.

Tatsächlich ist es laut Polizei bei einer verkohlten Leiche schwierig, DNA festzustellen. Die Polizei München hatte im Vorfeld schon gewisse Hinweise, dass es sich bei der Leiche um die 35-Jährige handeln könnte. Ihr Lebensgefährte hatte eine Vermisstenanzeige aufgegeben, nachdem seine Partnerin nicht von einem Treffen zurück nach Hause kam und auch am nächsten Morgen nicht in der Arbeit erschien. "Wir konnten die Frau über die Zahnunterlagen und mittels der DNA dann recht zügig identifizieren", erklärte Lindner. Durch die Vermisstenanzeige konnte auch recht schnell das Fahrzeug des Opfers in der Nähe ihrer Arbeitsstelle in der Lilly-Reich-Straße in Freimann gefunden. Es war dort ordnungsgemäß abgestellt und zugesperrt. Die Untersuchungen laufen noch, wie und warum das Fahrzeug genau dort abgestellt wurde.

Ein wichtiger Gegenstand fehlt der Mordkommission München

Ein entscheidendes Beweisstück fehlt jedoch noch, wie Herbert Lindner bekannt gab: "Das Handy der Frau wurde nicht gefunden. Es war nicht bei der Leiche, auch nicht im aufgefundenen Fahrzeug oder zu Hause." Laut Polizei habe man Kontakt mit dem Anbieter aufgenommen, aber die Telefondatenspeicherung stellt die Polizei München vor große Schwierigkeiten. "Wir werden längst nicht alles bekommen und auch nicht so schnell, wie wir es gerne hätten." 

Auch zur genauen Todesursache kann die Polizei daher noch keine Angaben machen. "Das ist reines Täterwissen und das wollen wir so auch nicht offenbaren."

Trotz erschwerten Bedingungen ist Linder aber überzeugt, dass die Mordkommission München den Täter in nächster Zeit stellen kann: "Im tiefsten Herzen bin ich Optimist."

Julia Langhof

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