Erst Aufstieg – und dann Umzug?

Der FC Unterföhring überwintert mit großen Hoffnungen

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Pünktlich zum 90-jährigen Bestehen steht der FC Unterföhring mit Franz Faber vor einem großen sportlichen Erfolg.

Der Erfolg des FC Unterföhring ist eng mit dem Namen Faber verknüpft. Auf dem Platz führt Andreas Faber (28) die interne Torschützenliste an. Hinter den Kulissen zieht Vater Franz als. 1. Vorstand die Fäden. Im Hallo-Interview erklärt er, warum Aufstiege viel zu oft am grünen Tisch statt auf dem grünen Rasen entschieden werden.

Als Zweiter der Bayernliga Süd winkt der Aufstieg. War das zu erwarten?

Um Gottes Willen! Wir haben ja vor der Saison wieder sehr gute Spieler abgeben müssen. Mit solch einem Erfolg war also überhaupt nicht zu rechnen. Deswegen haben wir auch überhaupt keinen Druck. Wenn es mit dem Aufstieg wirklich klappen sollte, nehmen wir das halt gerne mit.

Warum konnten Sie in den vergangenen Jahren die besten Spieler nicht halten?

Das waren vorwiegend sportliche Gründe. Wenn ein Spieler in der Bayernliga mehr als zehn Tore schießt, wird er halt für andere Vereine attraktiv. Wer jung und erfolgreich ist, bekommt Angebote. Das ist so, und damit können wir auch leben. Bei uns hat es immer die Spitze des Eisberges getroffen.

Wie ist dann der große Erfolg in dieser Saison zu erklären?

Wir haben einen Kern von acht bis zehn Spieler, die die Liga kennen und wissen, was gefordert ist. Hinzu kommt dann irgendwann eine Eigendynamik, wenn man auch noch das nötige Quäntchen Glück hat.

Wenn es wirklich mit dem Aufstieg klappt, wo würde der FC Unterföhring dann spielen?

Wer einmal bei uns gewesen ist, der weiß, dass unser Platz nicht regionalligatauglich ist. Parkplätze, Fluchtwege – da gibt es unglaublich viele Baustellen. Aber wir haben ja schon Erfahrung darin, woanders zu spielen. Während unserer Platzsanierung vor 15 Jahren haben wir in Ismaning gespielt und in Lohhof trainiert.

Blutet Ihnen nicht das Herz, dass der große sportliche Erfolg auch den Abschied von der Heimat bedeuten würde?

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Unsere Jahreshauptversammlung wird das im März entscheiden. Es gibt beide Meinungen im Verein. Ich erwarte eine spannende Diskussion.

Es passiert im Amateurbereich immer wieder, dass Vereine sportlich aufsteigen und dann doch verzichten.

Es ist eine total schlechte Entwicklung, dass immer mehr Auflagen dazu führen. Die Hälfte der Liga kann im Endeffekt gar nicht aufsteigen, weil die Voraussetzungen fehlen.Es gibt praktisch zwei Saisons: eine auf dem Platz und eine hinter den Kulissen. Ich bin Sportler. Deshalb finde ich: Der Meister muss aufsteigen.

Eine Kritik an zu vielen Auflagen durch die Verbände, obwohl nur ein paar Hundert Fans zu den Spielen gehen?

Ich kann die Absicherungen der Funktionäre schon verstehen. Denn irgendjemand muss es ja verantworten, wenn tatsächlich einmal etwas passiert. Ich mag keine Polemik gegen den DFB oder unseren bayerischen Verband. Wer ein Problem hat, soll an die richtigen Menschen Briefe schreiben statt auf der eigenen Homepage oder in Zeitungen Kritik zu üben.

Wäre der Aufstieg denn finanziell überhaupt machbar?

Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich glaube aber schon, dass es klappen kann.

mh

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