Verkehrsrowdys in Krailling

"Die Tempo 30 Schilder weinen"

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Sie sind nicht aufzuhalten: Raser im Landkreis München.

Pentenried - Die ganze Nacht sausen Lkw-Kolonnen und Raser durch die verkehrsberuhigte Zone. Ruhig und friedlich war einmal - jetzt reichts den Anwohnern

Ihnen langts mit dem Lärm: Siegfried Prause, Max Stürzer und Jürgen Geißinger.

„Hier ist die Welt noch in Ordnung, es ist ruhig und friedlich.“ Es sollte ein Loblied auf Pentenried sein, das Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) bei der dortigen Bürgerversammlung anstimmte. Indes, ein Teil der rund 50 Versammelten sah das ganz anders. „Unerträglich“ sei in den vergangenen drei Jahren der Verkehr geworden, sagte der ehemalige Gemeinderat Max Stürzer aus Gut Hüll. „Von halb sieben bis neun Uhr rauscht da ein Auto und ein Lkw nach dem anderen vorbei.“ Dabei würden viele die Stop-Schilder an der Kreuzung zur Römerstraße missachten. „Ich trau mich kaum noch aus dem Hof, seit es ein paar Mal fast zum Zusammenstoß gekommen ist.“ 

Ähnliche Sorgen gibt es auch in Pentenried selbst: „Mit hohem Tempo und Lärm“ seien dort Wagen zur Brennerei unterwegs, berichtete Jürgen Geißinger der Bürgermeisterin. Eine eingeführte Tempo-30-Begrenzung innerorts habe gar keinen Effekt, betont sein Nachbar Siegfried Prause. „Die Schilder weinen, weil sie nicht beachtet werden.“ Stattdessen fordern Geißinger und Prause ein Dialogdisplay wie in Krailling, das Fahrern ihre Geschwindigkeit anzeigt, sowie mehr Polizeikontrollen. „Sonst kann man das Limit gleich lassen“, so Geißinger. 

Den Grund für den erhöhten Verkehr sehen die drei Kritiker vor allem in der steten Erweiterung der Kraillinger Innovationsmeile (KIM), die Borst auch in Pentenried auf die Leinwand warf. „Zuerst gab es 1000 Arbeitsplätze da, jetzt 2000. Das muss sich doch bemerkbar machen“, ist sich Stürzer sicher. Die Bürgermeisterin selbst sieht das anders, wie sie bei der Versammlung deutlich machte. Außerdem könne sowieso nur noch ein Gebäude in dem Gewerbegebiet errichtet werden. „Dann ist dort alles belegt.“ Stattdessen sagte Borst zu, die Problematik in das Verkehrskonzept für Krailling aufzunehmen, das derzeit erstellt wird. „Ich hoffe, dass es ein Pentenrieder Team gibt, mit dem wir uns da zusammensetzen können“, so die Bürgermeisterin. Damit könne man sie beim Wort nehmen. rea

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