Will die Gemeinde Gauting was verbergen?

Naturschützer fordern Klarheit beim Artenschutzkonzept

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Zu einer Vorbesprechung zum neuen Gewerbegebiet Asto Ecopark ist der Bund von der Gemeinde Gauting nicht eingeladen gewesen.

Gauting – Artenschutz im Gewerbegebiet: Eine Frage bleibt – Wurde der Bund Naturschutz absichtlich von den Planungen ausgeschlossen?

Streit mit der Nachbargemeinde Gilching, eine Unterschriftensammlung von Bürgern und Naturschützern: Das geplante Gewerbegebiet Asto EcoPark im Unterbrunner Holz ist schon lange umstritten. Seit einigen Tagen umso mehr. Der Grund: Der Bund Naturschutz (BN) wittert einen Komplott: „Irgendetwas will die Gemeinde Gauting verbergen“, glaubt Kreisvorsitzender Günter Schorn.

„In den Unterlagen der Gemeinde fehlen zahlreiche Informationen zum Artenschutz“, klagt er an. Insbesondere gehe es um Ausgleichsmaßnahmen für 55 Vogel- und elf Fledermausarten sowie die Zauneidechse, die auf dem Gebiet im Unterbrunner Holz leben. „Aus den Planungsunterlagen ergibt sich bisher nicht mal, ob diese Arten überhaupt umgesiedelt werden können.“ Eine Einschätzung, die auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) teilt. Zudem seien die Planungen immer wieder verändert worden. „Uns fehlt Klarheit“, sagt Schorn.

BN-Kreisvorsitzender Günter Schorn (rechts) fühlt sich übergangen.

Umso mehr bedauert er, dass weder LBV noch BN zu einem Vorplanungsgespräch vergangene Woche eingeladen wurden – und die Gemeinde die Verbände auch von der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange ausgeschlossen hat. Schorn hatte darum bei der Kommunalaufsicht einen Verfahrensfehler angezeigt. Die Aufsicht entschied: Die Verbände müssen nicht beteiligt werden, können aber. „Und sonst werden wir bei jeder Kleinigkeit um eine solche Stellungnahme gebeten“, so Schorn empört.

Die Gemeinde Gauting teilt auf Nachfrage mit, dass man auf Anraten eines Anwalts die Verbände ausgeschlossen habe: „Wir wurden im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Beteiligung einer anerkannten Umweltvereinigung im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange in der Rechtsprechung sogar als verfahrensfehlerhaft bewertet werde. Dieses Risiko galt es, auszuschließen.“ Stattdessen sollen die Naturschützer ihre Meinung später, gemeinsam mit der allgemeinen Öffentlichkeit, einbringen.

Das werde man auch, kündigt Schorn an. Das schale Gefühl aber bleibt: „Auf die Art und Weise kann man mit uns nicht umgehen.“

Romy Ebert-Adeikis

Das Projekt Asto EcoPark

Auf circa 30 Hektar im Unterbrunner Holz soll ein neues Gewerbegebiet enstehen, gut die Hälfte davon sind als Grünfläche geplant. Das Gewerbe wird in zwei Kreisen angeordnet, zu denen es eine Zufahrtstraße gibt. Innerhalb der Kreise soll individueller Autoverkehr möglichst ausgeschlossen werden. Ebenfalls geplant sind eine Kindertagesstätte sowie eine Gastronomie mit Biergarten. 80 Firmen hätten laut Wirtschaftsförderung bereits nach Flächen im Ecopark gefragt. Bis 2021 soll das Projekt voraussichtlich realisiert sein.

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