Unterhachinger Feuerwehr holt Löschfahrzeug aus Teneriffa zurück 

Ein Zeichen der Freundschaft

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Bevor es die Heimreise antritt, nahm das Unterhachinger „Rückholteam“ das Fahrzeug, das derzeit auf La Gomera steht, nochmal genau in Augenschein: Kommandant Christian Albrecht, der Vorsitzende Christoph Simon, Franz Hutterer und zwei Feuerwehrmänner aus La Gomera (v.l.).Fotos: oh
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Das Unterhachinger Löschfahrzeug wurde 1986 nach Adeje, Teneriffa gebracht. Nun soll es wieder zurück in die Heimat.
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Das Unterhachinger Löschfahrzeug wurde 1986 nach Adeje, Teneriffa gebracht. Nun soll es wieder zurück in die Heimat.
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Die Freiwillige Feuerwehr Unterhaching besuchte die Wehr in Adeje zu deren 30-jährigen Bestehen.
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Die Freiwillige Feuerwehr Unterhaching besuchte die Wehr in Adeje zu deren 30-jährigen Bestehen.

Seit über 30 Jahren ist ein Löschfahrzeug der Unterhachinger Feuerwehr in der Partnerstadt der Gemeinde, Adeje auf Teneriffa, im Einsatz. Nun soll es zurück in die Heimat geholt werden. Der Vorsitzende Christoph Simon und sein Team starteten daher die Aktion „ZruckMitDaBixn“.

Im Jahr 1965 wurde es gebaut: das Mercedes Löschfahrzeug 11-13, das knapp 20 Jahre bei der Unterhachinger Feuerwehr im Einsatz war. Bis 1986. Dann nämlich trat das Gefährt eine lange Reise nach Adeje auf der Ferieninsel Teneriffa an.

„Alles begann mit Carlos Paul- sen“, erinnert sich der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Unterhaching, Christoph Simon. Paulsen, der zu diesem Zeitpunkt auf Teneriffa lebte, habe familiären Kontakt nach Unterhaching gehabt und „er wollte auf Teneriffa eine Freiwillige Feuerwehr der Insel gründen“, sagt Simon. „Die erste, um genau zu sein!“ Zu diesem Zeitpunkt gab es auf der Insel nämlich nur eine Berufsfeuerwehr und diese befand sich in Norden Teneriffas. Adeje hingegen — im Süden gelegen — musste im Falle eines Brands immer sehr lange auf Hilfe warten. So sei die Idee einer Freiwilligen Feuerwehr entstanden. Und Unterhaching — half natürlich! Für den symbolischen Betrag von 1 D-Mark habe man Kommandant Paulsen das Lösch- fahrzeug verkauft. „Es war das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr dort überhaupt“, erinnert sich Simon. Mittlerweile hat sich die „Feuerwehr in Adeje sehr gut etabliert“, freut sich Simon. 50 Mitglieder zähle sie inzwischen und könne stolz auf sechs — modernere — Fahrzeuge blicken. Adeje brauchte das Unterhachinger Löschfahrzeug nicht mehr und verlieh es vor zwei Jahren auf die Nachbarinsel La Gomera. Wegen eines kleinen Defektes wurde es vor einigen Monaten dort jedoch außer Betrieb genommen.

Just zu dem Zeitpunkt, als Simon, der Kommandant Christian Albrecht, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende, Franz Hutterer und eine Abordnung der Unterhachinger Wehr auf den Kanaren weilten. Als sie ihr altes Löschfahrzeug wieder sahen, waren sie begeistert: „Es stand noch super da, hatte nur wenige Roststellen“, sagt der Vorsitzende. Somit war es gefunden — das perfekte Ausstellungs-Fahrzeug für das Feuerwehr-Museum! „Für einen symbolischen Betrag von 1 Euro kaufen wir es also wieder zurück“, freut sich der 30-Jährige.

Bereits in zwei bis drei Monaten heißt es dann „ZruckMitDaBixn“ und für das Fahrzeug geht‘s mit der Fähre nach Barcelona und von dort aus mit dem Tieflader nach Unterhaching. „Rund 5000 Euro kostet der Transport, für die Restaurierung rechnen wir mit rund 10.000 Euro“, sagt Simon. Aber das Fahrzeug sei das Geld auf jeden Fall wert. Die Kosten trage komplett der Verein der Unterhachinger Wehr.

„Sobald das Gefährt in Unterhaching eintrifft, geht‘s los mit der Restaurierung“, sagt Simon. Der Öffentlichkeit präsentiert werden soll es dann im Jahr 2020, zum 150. Jubiläum der Unterhachinger Feuerwehr. „Zum Fest sind dann natürlich auch die Feuerwehr-Freunde aus Teneriffa eingeladen“, sagt der Vorsitzende. Und eines ist sicher: „Bei der Restaurierung werden natürlich beide Wappen drauf lackiert“ — das der Unterhachinger sowie das der Adejer Wehr.

Tanja Buchka

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