Von crackrauchenden Hühnern und viel Ehrgeiz

Die verrückten Welten des Unterhachinger Jungautors Nikodem Skrobisz

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Die Zigarre hat sich Nikodem Skrobisz alias Levert Pale nur für das Bild angesteckt. "Ich rauche und trinke nicht", erklärt der 18-jährige Buchautor.

Das Schreiben ist seine Leidenschaft: Mit gerade mal 18 Jahren hat der Unterhachinger Nikodem Skrobisz bereits neun Bücher veröffentlicht. Wie es zu dem intensiven Hobby kam und wie er es mit der Schule vereinbart, berichtet der Schüler gegenüber HALLO.

Kratom ist eine aus Südostasien stammende Baumart, deren Laubblätter eine euphorisierende bis sedierende Wirkung haben. Sie werden als Droge und volkstümliches Arzneimittel gebraucht.

Noch nie von Kratom gehört? Keine Sorge! In Deutschland ist die Pflanze weniger bekannt als beispielsweise in den USA. Das fiel auch dem 18-jährigen Nikodem Skrobisz auf. „In Deutschland gab es kein Buch über die opiumartige Pflanze“, erklärt der Unterhachinger. Dies sollte sich ändern. „Ich beschloss, ein 60 Seiten dickes Sachbuch darüber zu schreiben.“ Rund 2000 Mal verkaufte sich sein Werk. „Bisher ist das mein erfolgreichstes Buch“, freut sich der Schüler.

Doch „Kratom“ ist bei Weitem nicht sein einziges Werk: Neun 150 bis 400 Seiten starke Bücher hat er mit seinen 18 Jahren schon veröffentlicht. „Ich habe schon immer geschrieben“, erinnert sich Skrobisz. Mit drei oder vier Jahren habe er angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Zudem habe ihm seine Mutter immer viele Geschichten erzählt. „Ich bin quasi damit aufgewachsen!“ Sein erstes Buch hat der Teenager mit 15 Jahren veröffentlicht. Seine Knie waren der Grund, wieso er sich dem intensiven Schreiben widmete. „Früher habe ich viel Sport gemacht — Kickboxen, Fußball, Joggen“, erklärt er. Dadurch seien seine Knie kaputt gegangen — „ich durfte keinen Sport mehr treiben. Ein neues Hobby, um seine Energie abbauen zu können, musste her: Er fand... das Schreiben!

„2000 Wörter schreibe ich mindestens jeden Tag“, berichtet der Schüler, der nächstes Jahr sein Abi macht. Viel Lesen und Schreiben sei das A und O. „Dadurch halte ich mein Sprachgefühl scharf, stärke meinen Geist und verbessere meine Allgemeinbildung.“ Zwei bis drei Bücher liest Skrobisz in der Woche — in den verschiedensten Genres. „Da lege ich mich nicht fest“, berichtet der 18-Jährige, der sich selbst als neugierigen Menschen beschreibt. Er lese, was ihn interessiert und „mich interessiert sehr viel“!

Seine eigenen Romane seien hingegen meist in die Fantasy- oder Horror-Richtung sowie in den Bereich der Sachbücher einzuordnen. „Ich liebe es beispielsweise, Realität und Fiktion zu vermischen — ins Surreale zu gehen“, erklärt Skrobisz. Daher auch sein Alter Ego: Leveret Pale. Das Pseudonym ist eine Anspielung auf das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“. Ähnlich wie das weiße Kaninchen Alice ins Wunderland geleitet, lockt der junge Autor seine Leser in fremde Welten. Allerdings sind diese Welten nicht unbedingt so schön wie das Wunderland, sondern häufig blutig, makaber und düster, manchmal durchzogen von schwarzem Humor, aber auf jeden Fall mit einem Schuss Wahnsinn. So auch in einem seiner bekannteren Werke „Crackrauchende Hühner“, das sich bereits rund 400 Mal verkaufte.

„Der Roman ist genauso abgedreht, wie es der Titel vermuten lässt“, findet Skrobisz. Und wieder spielt Kratom eine Rolle: Die Hauptfigur des Romans, der 17-jährige Schüler Nathan, ist ein psychopathischer Freak mit der exotischen Lieblingsdroge Kratom. Von den meisten seiner Klassenkameraden wird er gemieden. Doch bei der Berlin-Klassenfahrt freunden sich die Schüler mit dem Außenseiter an, der sie in die surreale Welt der Drogen entführt.

Eine Faszination für Drogen und ihre Wirkung hat Skrobisz definitiv. Allerdings „nur in der Theorie, nicht in der Praxis“. Für seine Bücher hatte der junge Autor viel Kontakt mit Konsumenten, führte Studien mit ihnen durch und beschäftigte sich intensiv mit der Wirkung von beispielsweise Kratom. „Das wirkte alles eher abschreckend als einladend — ich rauche und trinke nicht, nehme keine Drogen“, erklärt er. Vielmehr interessierten ihn die psychologischen und pharmazeutischen Aspekte. „Nach dem Abi möchte ich Psychologie studieren, um anschließend in die Forschung zu gehen.“

Das Schreiben will der 18-Jährige natürlich fortführen. „Ich werde versuchen, fortan mehr Werke in Verlagen unterzubringen und mehr Marketing zu betreiben“, so Skrobisz. Bisher hatte er seine Bücher auf einer Selbstveröffentlichungsplattform herausgebracht, seine Freundin illustrierte die Werke. Auch im Vorstand des Bundesverbands junger Autoren und Autorinnen (BVJA) ist der Unterhachinger aktiv. „So kann ich mein Netzwerk stets erweitern.“

Einfach sei es nicht immer, die Schule und das Schreiben unter einen Hut zu bringen, „aber ich kriege es immer irgendwie hin“, sagt Skrobisz und schmunzelt. So etwas wie Netflix oder Playstation gebe es bei ihm nicht. „Dafür habe ich keine Zeit!“ Seine Mitschüler fänden Skrobisz‘ Hobby übrigens alles andere als nerdig oder komisch: „Meine Klassenkameraden finden es beeindruckend, lesen sogar meine Bücher“, sagt Skrobisz und lacht.

Weitere Infos zu Nikodem Skrobisz alias Leveret Pale sind online unter www.leveret-pale.de zu finden, seine Bücher sind unter www.amazon.de erhältlich. 

Tanja Buchka

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