Schmerzlicher Abgang

Unterhachings Spitzenturner Lukas Dauser erleidet Kreuzbandriss

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Ein Bild aus guten Trainingstagen. Wann Lukas Dauser wieder an sein Lieblingsgerät, den Barren, zurückkehren kann, steht derzeit in den Sternen. Nach einem Kreuzbandriss ist die größte deutsche Turnhoffnung auf Monate ausgebremst.

Die Unterhachinger Turner brillieren derzeit mit toller Form an den Geräten. Doch seit vergangenem Mittwoch liegt auch ein Schatten über den Erfolgen: Top-Athlet Lukas Dauser erlitt beim Deutschen Turnfest in Berlin einen Kreuzbandriss

Lukas Dauser, der Turnästhet vom TSV Unterhaching, hat in den vergangenen Wochen und Monaten einen turnerischen Höhenflug an die nächste Glanzleistung gereiht – und seit vergangenem Mittwoch einen jähen Abgang hinter sich. Nachdem der Soldat der Bundeswehr-Sportfördergruppe Berlin heuer bereits den Gesamtweltcup auf Platz zwei beendet, im rumänischen Cluj den Vize-Europameistertitel am Barren errungen und bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin vor zwei Wochen in einem Herzschlagfinale den Titel des Deutschen Mehrkampfmeisters gewonnen hatte, kam nun der jähe Absturz. Beim Abgang nach seiner Ringe-Übung knickte Dausers rechtes Knie beim Salto in den Stand böse weg. Dauser blieb auf der Matte liegen, musste schließlich aus der Halle getragen werden.

Die brutale Prognose folgte schnell: Der 23-jährige Hoffnungsträger des Deutschen Turnerbundes erlitt einen Kreuzbandriss und muss die Saison vorzeitig beenden. Damit findet auch der Saisonhöhepunkt der Geräte-Akrobaten im kommenden Oktober ohne Dauser statt: Die WM in Montreal muss der Sportsoldat aus seinem Kalender streichen. Wie nahe Erfolg und Niederlage beim Kunstturnen zusammen liegen, davon kann auch ein anderer Hachinger ein Lied singen: Marcel Nguyen hatte 2014 das gleiche Verletzungsschicksal erlitten wie nun Dauser. Jetzt, bei den deutschen Meisterschaften, brillierte der erfahrene Athlet ausgerechnet an Dausers Schicksalsgerät: Zum siebten Mal in Serie gewann Nguyen den Titel an den Ringen.

Seine Freude hielt sich nach der Verletzung seines Teamkameraden und Freundes aber in engen Grenzen. „Ein fürchterlicher Sturz, das tut mir sehr leid“, fand Nguyen kaum Worte. Bundestrainer Andreas Hirsch sprach „neben körperlichen Schmerzen“ von einer „großen mentalen Belastung für diesen noch so jungen Athleten“. Anstelle des bereits gebuchten Ferien-Flugs mit der Freundin steht für Lukas Dauser nun die schwierige Operation in der Berliner Charité und monatelange Reha an.

Beim Heimatverein in Unterhaching drücken ihm daher alle ganz fest die Daumen. „Der Junge kommt zurück“, sind sich Hachings Turnchef Oskar Paulicks und Trainer Richard Hörle einig. Die Hachinger Turner, so versprechen sie, „werden in dieser Saison auch für den Lukas an die Geräte gehen“! 

Harald Hettich

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