Keine neuen Schulden

Unterhachinger Gemeinderat wirft einen Blick auf das Zahlenwerk

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Die Kinderbetreuung stellt im Unterhachinger Haushalt einen wichtigen Posten dar.

„Erneut ein — Gott sei Dank — unspektakulärer Haushalt!“ Mit diesen Worten fasste Grünen-Rätin und Finanzreferentin ihrer Fraktion, Christiane Helmig das Unterhachinger Zahlenwerk für 2018 in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zusammen.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 89,5 Millionen Euro „kratzt der Haushalt an der 90-Millionen-Grenze“, stellte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) fest. „Ich darf durchaus mit Stolz sagen, ohne Kreditaufnahmen“, so Panzer weiter. Diese positive finanzielle Entwicklung schaffe ihm als Bürgermeister und den Entscheidungsgremien Spielräume, die Lebensqualität für die Unterhachinger Bürger zu sicher und weiter auszubauen. Auch das Gremium schien zufrieden mit seinem Zahlenwerk: Den Haushalt für 2018 verabschiedete der Gemeinderat einstimmig.

Der Verwaltungshaushalt ist 2018 mit rund 70,8 Millionen Euro um knapp sechs Millionen Euro höher als noch im Vorjahr. Der Vermögenshaushalt schließt mit einer Summe von 18,7 Millionen Euro und damit mit einer Erhöhung von 7,4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Auch die Schulden unserer Gemeinde gehen zurück“, berichtete Kämmerer Peter Lautenschlager. Und zwar auf 11,6 Millionen Euro. „Bis 2020 sollen Rücklagen und Schulden wieder ausgeglichen sein“, erwartete Dollinger.

Möglich machen diesen, wie CSU-Finanzreferent Christian Dollinger ihn beschreibt, „hervorragenden Haushalt“ die gestiegenen Steuereinnahmen. „In Anbetracht der von Jahr zu Jahr steigenden Steuereinnahmen fällt es leicht, einen Haushalt aufzustellen, der den Gemeinderat nicht vor unangenehme Entscheidungen stellt“, sagte FDP-Rat Peter Hupfauer. Die Mehreinnahmen würden für das Wachstum und für das ein oder andere üppige Extra reichen. In Zahlen bedeutet das: 21,75 Millionen an Gewerbe- und 20,9 Millionen an Einkommensteuer erwartet Lautenschlager — „ein gutes Standbein“, findet Helmig.

Natürlich habe die positive Ertragslage auch Schattenseiten, warf Bürgermeister Panzer ein. „Auch die Kreisumlage klettert somit in ungekannte Höhen!“ Derzeit 17,9 Millionen Euro müsse Unterhaching an den Landkreis München überweisen. Das seien 2,6 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Aber: „Die Kreisumlage für das laufende Jahr ist noch nicht beschlossen“, gab SPD-Rat Peter Wöstenbrink zu bedenken. „Sie könnte noch mit empfindlicher Wirkung für uns ansteigen“, so der Finanzreferent. Als „gewaltiges Damoklesschwert über dem Unterhachinger Haushalt“, beschrieb es Helmig.

Doch auch andere Ausgaben schlagen zu Buche. Ein großer Posten liegt bei der Kinderbetreuung. „Für unsere Kinderkrippen, -gärten und Schulen stellen wir Mittel in Höhe von zwölf Millionen Euro bereit“, sagte Dollinger. Das seien etwa 20 Prozent des gesamten Verwaltungshaushalts, betonte Helmig. „Tendenz steigend!“ Vier Millionen Euro fließen in die Wohnbauförderung, rund eine Million Euro lässt sich Unterhaching den Ausbau von Straßen und Wegen sowie deren Beleuchtung kosten. Zudem müssen das Feuerwehrhaus für 855.000 Euro sowie das Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) für 710.000 Euro saniert werden. 1,4 Millionen Euro werden vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt zugeführt, 14 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen. 21,6 Millionen Euro fließen in den Unterhalt der wichtigsten Einrichtungen. Summa summarum wird die Gemeinde Unterhaching rund acht Millionen Euro auf der hohen Kante haben. „Der Haushalt 2018 ist nicht von Einsparungen, sondern von einer gewissenhaften und vorausschauenden Ausgabenplanung geprägt“, fasste Panzer schließlich zusammen. Denn auch im kommenden Jahr stehen wieder einige große Posten an: die Sanierung der Tribünen im Sportpark, die Aufhebung der Straßenausbaubeitragssatzung, der Lärmschutz sowie die Sicherstellung einer nachhaltigen Wasserversorgung.

tb

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