Sauerlach fordert Kreisverkehr bei Lochhofen

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Ansicht von der Bavariastraße in Lochhofen: Links die veraltete Unterführung, geradezu die Kreuzung mit der Staatsstraße 2573, wo der jüngste Unfall geschah. Käme der Verkehrskreisel, würde die Unterführung zugeschüttet werden. Dann könnte dort die Ausfahrt eines Supermarktes realisiert werden. Das entsprechende Grundstück an der Bavariastraße wurde bereits langfristig an einen Gewerbetreibenden verpachtet, der mit einer Supermarktkette Kontakt hat.

Wieder kam es zu einem folgenschweren Unfall auf der Staatsstraße 2573 bei Lochhofen. Eine Frontalkollision zweier Pkw forderte zwei Schwerverletzte. Seit etwa fünf Jahren schon setzt Sauerlach in diesem Bereich auf einen Verkehrskreisel. Zuletzt votierte der Gemeinderat auf seiner Novembersitzung dafür. Jetzt ist das Staatliche Bauamt am Zug.

Ein Gefahrenherd wird ausgebremst: Die Gemeinde Sauerlach wünscht sich eine Kreisverkehrsanlage auf der St 2573 im Bereich der Ortseinfahrt Lochhofen.

Stefan Schraut, Leiter der zuständigen Polizeiinspektion 31, auf Anfrage zur Verkehrslage vor Ort: „Es ist schon brutal, was da im Bereich der Staatsstraße 2573 passiert“, so der Erste Polizeihauptkommissar. Es läge auf der Hand, dass etwas getan werden müsse, denn es passierten dort fast regelmäßig Unfälle. In den letzten fünf Jahren gab es allein an der Lochhofener Kreuzung Bavariastraße/Staatsstraße zwölf Unfälle mit zwölf Verletzten, sechs davon waren sogar schwer verletzt. Im Bereich Arget passierten im gleichen Zeitraum vier Unfälle, die aber heftiger verliefen. Drei Schwer- und vier Leichtverletzte und gar einen tödlich Verunglückten gab es zu beklagen. „Alles was der Verkehrssicherheit dient und den Bereich entschleunigt, ist aus meiner Sicht zu befürworten“, betont Schraut gegenüber HALLO. Auch Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) sieht angesichts des neuerlichen Unfalls akuten Handlungsbedarf: „Wie viele Menschen müssen noch verletzt werden, bevor sich hier etwas tut?“. Bei dem jüngsten Vorfall im Bereich Lochhofen wollte eine Smart-Fahrerin (31) links auf die Staatsstraße abbiegen. Dabei übersah sie den BMW einer 33-Jährigen. Es kam zur frontalen Kollision. Beide Frauen wurden dabei schwer verletzt, der Sachschaden beläuft sich auf 34.000 Euro. Ähnlich gelagert war ein Unglück vor gut zwei Jahren ein kleines Stück weiter bei Arget. Ein 79-jähriger Pkw-Fahrer kam dabei ums Leben. Das Einfädeln auf die Staatsstraße ist dabei der gefährliche Moment, denn die schnurgerade Staatsstraße verführt offenkundig zu hohem Tempo. Bereits im April letzten Jahres stellte daher die CSU-Fraktion im Gemeinderat den Antrag, hier die Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Stundenkilometer zu reduzieren. Mit 16 gegen zwei Stimmen votierte das Gremium dafür. Jedoch blieb das erforderliche Okay des Straßenbauamts aus. „Wir haben gegen den negativen Bescheid der Behörde Wiederspruch eingelegt, ohne Erfolg“, bedauert Barbara Bogner. Für ein Tempo-Limit sah die Behörde bislang keine Veranlassung. Hier handelt es sich um eine freie Strecke, auf der sonst 100 Stundenkilometer erlaubt sind. Nur nahe der Ortsausfahrten gelten 80 Stundnekilometer. In Folge beauftragte Sauerlach ein Gutachten von dem renommierten Verkehrsexperten Professor Harald Kurzak. Dieser stellte unter anderem fest, dass den besagten Bereich täglich etwa 10.500 bis 12.000 Fahrzeuge befahren. Rund 2000 davon sind Abbieger der Bavariastraße. Etwa 300 Pkw zweigen auf die nahe Kleefeldstraße ab, die zum Argeter Sportverein-Gelände führt. „Aus dem Gutachten geht klar hervor, dass hier ein Kreisverkehr sinnvoll und gefordert ist“, so Bogner zum Ergebnis. Um das Vorhaben zu forcieren und den Verkehrskreisel auf den Weg bringen, händigte Sauerlach dem Staatlichen Bauamt Freising das rund 20-seitige Gutachten aus. Die Verwaltung habe dessen Planungskosten für dieses Jahr im Haushalt vorgesehen, im Finanzplan 2019 die Baukosten — vorbehaltlich die Genehmigung durch den Gemeinderat. „Durch das positive Gutachten des Verkehrsexperten sehen wir durchaus gute Chancen für die Realisierung des Kreisverkehrs“, so die Rathaus-Chefin. 

krb

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