Atemberaubend schön, aber brandgefährlich

Der Zauber und die Risiken von Silvesterfeuerwerken

Pyrotechniker Sebastian Ruppert aus Unterhaching und sein Team zaubern verschiedenste Feuerwerks-Choreografien an den Himmel.
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Pyrotechniker Sebastian Ruppert aus Unterhaching und sein Team zaubern verschiedenste Feuerwerks-Choreografien an den Himmel.
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Pyrotechniker Sebastian Ruppert aus Unterhaching und sein Team zaubern verschiedenste Feuerwerks-Choreografien an den Himmel.

Es gehört zu Silvester wie das Christkind zu Weihnachten und der Hase zu Ostern: das Feuerwerk. Zauberhaft und faszinierend auf der einen Seite, gefährlich auf der anderen. Was man beim Böllern alles beachten muss und wie man Kunstwerke an den Himmel zaubert, ohne sich dabei zu verletzen, erklärt der 26-jährige Pyrotechniker Sebastian Ruppert.

Seit fast einem Jahrtausend schon fasziniert das Feuerwerk die Menschen. Bereits im Jahr 1103 zündeten die Chinesen die ersten friedlichen Himmelsspektakel. Ihre eigentliche Blütezeit jedoch hatten pyrotechnische Darstellungen vom 16. bis 18. Jahrhundert: Anlässlich von Geburten, Hochzeiten, Krönungen und Kriegserfolgen wurden sie an den europäischen Höfen zur Modeerscheinung.

Der Begriff Pyrotechnik kommt er aus dem Griechischen und basiert auf den Worten „Pyr“, also Feuer, und „Techne“, was Kunst bedeutet. „Es ist sozusagen die Kunst, Feuer zu erzeugen“, weiß auch der Unterhachinger Pyrotechniker Sebastian Ruppert. Ihm wurde der Umgang mit Feuerwerkskörpern quasi in die Wiege gelegt: „Mein Papa arbeitete bei einem Großhandel für Schreibwaren, in dem sie auch Feuerwerke verkauften“, erinnert sich der Unterhachinger. Somit sei er schon als Kind damit in Berührung gekommen.

Heute führen Vater und Sohn neben ihrem eigenen Schreibwarenladen auch das Geschäft „Himmelsschreiber Feuerwerke“ und arbeiten als ausgebildete Pyrotechniker. „Egal ob Privatfeuerwerk, für die Firmenfeier oder ein Höhenfeuerwerk, wir machen alles“, sagt Ruppert. Beispielsweise für das Bürgerfest in Unterhaching oder das Frühlingsfest auf der Münchner Theresienwiese haben sich der 26-Jährige und sein Team schon Feuerwerks-Choreografien überlegt.

Genau das ist es auch, was den jungen Mann besonders an seinem Beruf fasziniert: „Das gestalten der Choreografie vom Reißbrett bis zum fertigen Effekt“, erklärt er. Tatsächlich zeichnet er die Reihenfolge der einzelnen Feuerwerkskörper zunächst auf einem Handzettel auf. „Ich bringe meine Ideen wortwörtlich aufs Papier!“ Erst viele Perfektionierungen und Feinschliffe später rechne ein Computerprogramm dann die genaue Choreografie für das Feuerwerk aus. Die Entwicklung einer solchen Choreografie dauere durchschnittlich zwischen zwei und vier Wochen. „Es ist ein wunderbares Gefühl, schlussendlich am Himmel zu sehen, was man geschaffen hat“, schwärmt der Unterhachinger. Das sei es wohl auch, was die Menschen so am Silvesterfeuerwerk fasziniere: „Selbst einmal so eine wunderschöne Kunst an den Himmel werfen zu können.“

Doch bei all dem Zauber dürfe man natürlich nicht die Gefahren vergessen! „Es kann schon viel passieren, wenn man nicht aufpasst“, betont Ruppert. Seiner Meinung nach ist es daher besonders wichtig, dass man die Sicherheitshinweise auf Feuerwerkskörpern gründlich liest, sie nüchtern und bei klarem Verstand zündet und vor allem aufpasst, genügend Abstand zu umstehenden Personen zu halten. „Nicht dass man aus Versehen andere — vor allem Kinder — verletzt!“ Auch sollte man sich Zeit lassen und nicht hektisch oder überstürzt um Punkt 0 Uhr die Raketen zünden. „Ein paar Minuten nach Mitternacht sieht das Feuerwerk ja noch genauso schön aus“, findet Ruppert. Kinder sollte man von den großen Feuerwerkskörpern ohnehin fernhalten. „Für sie eignet sich am besten ein Kinderfeuerwerk wie beispielsweise Knallerbsen oder Wunderkerzen.“

Diese und viele andere besondere Feuerwerkskörper sind natürlich auch bei Ruppert und seinem Vater bei „Himmelsschreiber Feuerwerke“ erhältlich. Allerdings: „Nur zwischen dem 29. und 31. Dezember!“ Unterm Jahr ist der Verkauf von Silvesterfeuerwerkskörpern in Deutschland nicht erlaubt.

 Am Freitag, 30. Dezember, um 18 Uhr starten Ruppert und sein Team ein Testschießen auf dem Gelände von „Pflanzen-Kölle“ an der Parkackerstraße 2 in Unterhaching. „Hier stellen wir all unsere Neuheiten vor“, erklärt der 26-Jährige. So könnten die Unterhachinger schon einmal live sehen, was sie in diesem Jahr an Silvester so erwartet. Tanja Buchka

Tipps der Polizei

- Gebrauchsanleitung aufmerksam lesen und diese konsequent einhalten.

- Nur Feuerwerkskörper verwenden, die optisch keine Mängel erkennen lassen.

- Feuerwerkskörper nur auf ebenen und freien Flächen abbrennen. - Immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Personen und Gebäuden einhalten.

- Sind an Feuerwerkskörpern Hilfsmittel zum sicheren Stand (z.B. Klappfüße) vorhanden, diese unbedingt nutzen. - Zum Abschuss von Raketen geeignete „Rampen“ (z.B. schwere Flaschen) verwenden.

- Äste, Balkone oder andere Hindernisse dürfen nicht in der Flugbahn der Feuerwerkskörper sein.

- Das Abbrennen von Feuerwerk in geschlossenen Räumen ist streng verboten.

- Funktioniert das Feuerwerk nicht, mindestens 15 Minuten warten und sich in dieser Zeit nicht nähern. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden.

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