Damit die Ameisen sich wieder wohl fühlen

Preisverleihung des Regionalwettbewerbs von „Jugend forscht“ in Taufkirchen

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Mit seinem idealen Ameisennest überzeugte Dominik Doll vom Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching die Jury von „Jugend forscht“.

Insekten waren ein großes Thema beim diesjährigen Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“, dessen Preisverleihung bei Airbus in Taufkirchen stattgefunden. Dominik Doll und Franziska Raimer vom Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching konnten mit ihren Forschungsergebnissen bei der Jury punkten!

„Doim Sublime“ heißt das Projekt von Dominik Doll, der damit beim diesjährigen „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb den ersten Platz im Bereich Biologie gewann. „‚Doim‘ ist mein Spitzname, den mit Freunde gegeben haben“, erklärt der 15-Jährige bei der Preisverleihung in Taufkirchen. „Sublime“ ist englisch und bedeutet soviel wie „erhaben, vollendet“. Diese Vollendung ist auch das Ziel des ehrgeizigen Jungforschers, der das perfekte Ameisennest für alle Liebhaber der kleinen Tierchen sowie Lehrer erstellte. Mit der dritte Version ist ihm dies auch gelungen. Das wurde sogar von dem Unternehmen Schröter Modell- und Formenbau für 2000 Euro umgesetzt. Die Technologie lieferte Dominik. „Ameisen brauchen zwei Bedingungen, um sich wohl zu fühlen“, erklärt er. „Die richtige Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit. Da aber jede Art eine andere Höhe dieser Parameter braucht, habe ich mein Model für 63 verschiedene Ameisenarten gebaut.“ Je nachdem kann man in einem digitalen Menü auswählen, wie warm es sein soll und wie hoch die Luftfeuchtigkeit sein muss. Auch auf Youtube im Internet stellt Dominik seine Forschungsergebnisse vor. Zu Hause hält er neben den verschiedenen Ameisenarten auch noch Schaben, Mehlwürmer, Fische und Schnecken. „Für die ist mein Nest ebenso geeignet.“ Und was sagen die Eltern zu solch ungewöhnlichen Haustieren? „Die sind begeistert, solange keines davon ausbüxt“, verrät Dominik. Zu seinen Hobbys zählen außerdem Biologie und Informatik. Da liegt es nahe, dass auch sein Berufswunsch in diese Richtung geht. „Später möchte ich Biologie oder Web- design studieren.“ Aber vorher kann Dominik beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ vom 16. bis 17. April in Dingolfing sein Produkt vorstellen.

Sind Stabheuschrecken wahre Haftungskünstler?

Ein Labor als Arbeitsplatz ist der Traum von Jungforscherin Franziska Raimer.

Mit Insekten anderer Art hat sich Franziska Raimer beschäftigt. Die Frage der Unterhachinger Schülerin: Sind Stabheuschrecken die wahren Haftungskünstler? Die 17-Jährige hat getestet, wie Heuschrecken auf neun verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Papier, Blätter Kunststoff oder Nagellack haften. Die Insekten wurden auf einen ausgebauten Computerlüfter mit einer CD oben drauf gesetzt. Diese wurde mit den unterschiedlichen Materialien beschichtet. Anschließend wurde die Drehzahl gemessen, bei der die Insekten sich nicht mehr auf der Scheiben halten konnten. Teilweise wurde die Oberflächen noch befeuchtet oder eingefroren. Das Ergebnis: Stabheuschrecken sind Haftungskünstler!

„Einzig ein paar Indikatoren konnte ich ausmachen, die die Haftung etwas verschlechtert haben“, sagt Franziska. Durch Wasser hat sich das Papier gewellt, sodass die Tiere etwas früher von der Scheiben flogen. „Außerdem habe ich beobachtet, dass sie bei mehren Versuchen ermüden.“ Auch auf einer bereits drehenden Scheibe fanden die Tiere keinen Halt. „All diese Beobachtungen sind besonders interessant für die Frage, wie man Hochbeete vor Insektenbefall schütze kann“, sagt Franziska. „Noch habe ich allerdings kein eindeutiges Material gefunden.“ Der Fokus müsste bei einer Weiterführung des Projekts noch stärker darauf gelegt werden, wie die Tiere es schaffen, so gut haften zu bleiben. Und wie man diese Fähigkeiten nutzen kann.

Die Jury jedenfalls war von den Versuchen überzeugt und belohnte das Projekt mit dem zweiten Platz im Bereich Biologie. Das bestätigt die Zwölftklässlerin darin, dass sie nach dem Abitur etwas Naturwissenschaftliches studieren will, zum Beispiel Biotechnologie oder Lebensmitteltechnik. „Auf jeden Fall könnte ich mir ein Labor als Arbeitsplatz gut vorstellen“, sagt Franziska. 

lw

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