Planungsverband prüft Konzentrationszonen in Sauerlach

Drei Areale für Kiesabbau geeignet

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Auf der Karte zu sehen sind nummerierte Bereiche, die der Planungsverband als Konzentrationszonen für Kiesabbau ermittelt hat. Teilflächen der Areale 9, 12 und 17a sind potenziell geeignet (rot unterstrichen), die anderen Flächen waren im Visier, erfüllen aber nicht alle Kriterien.

In Sauerlach soll es auch künftig keinen unkontrollierten Kiesabbau geben. Deswegen plant die Gemeinde die Festsetzung von Konzentrationszonen. Nur dort soll später der Rohstoff ausgebeutet werden. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) war mit der Suche nach geeigneten Arealen beauftragt: Drei Gebiete kommen in Frage.

„Wir haben zunächst das Gemeindegebiet betrachtet und dann die Flächen verworfen, die dafür ungeeignet sind“, erläuterte Manfred Dörr vom Planungsverband (PV) die Vorgehensweise vor dem Gemeinderat. Die Richtlinien dafür seien vom Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen vorgegeben. Ziel sei gewesen, den Kiesabbau im weiteren Gemeindegebiet auszuschließen, die Landschaft zu schonen und den Schwerlastverkehr, der durch den Abbau entsteht, zu reduzieren.

Zwei der ermittelten Gebiete liegen gegenüber der Staatsstraße 2573, ehemals B13, etwa entlang der Achse Grafing-Lochhofen-Arget (siehe Grafik). Die dritte Zone befindet sich zwischen Altkirchen und Kleineichenhausen. „Teilbereiche dieser Flächen erfüllen sämtliche Kriterien, die wir untersucht haben“, so Dörr. Der Planungshorizont betrage 15 Jahre. Unter den Ausschlusskriterien fanden sich Naturdenkmäler, Trinkwasserschutzgebiete, Siedlungs- und Verkehrsflächen, aber auch bereits abgebaute Kiesvorkommen. Der Abstand zu reinen und allgemeinen Wohngebieten wurde mit 300 und 200 Metern berücksichtigt. „Einzel- anwesen im Außenbereich erhalten wie Mischgebiete einen Abstand von 150 Metern“, erläuterte der Planer. Auch der voraussichtliche Flächenbedarf kam ins Visier: Unter Berücksichtigung von Bevölkerungsentwicklung und Bodenstruktur ermittelten die Planer eine Abbaufläche von 4,1 Hektar. 3,1 Tonne Kies pro Jahr und Einwohner auf 15 Jahre gerechnet liegen der Einschätzung zugrunde. Laut PV-Karte blieben damit nur noch drei Standorte übrig: in Zone 9, 12 und 17a. Andere Areale fielen weg.

Der Gemeinderat nahm die Ausführungen interessiert zur Kenntnis. „Dann werden wir jetzt auf dieser Basis weiter diskutieren“, sagte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) im Anschluss. Ziel ist die Änderung des Flächennutzungsplans. Laut Regionalplan ist Sauerlach kein Vorranggebiet für Kiesabbau, lediglich kleinflächige Ausbeutung ist erlaubt. Um dies steuern zu können, sind Konzentrationszonen das Mittel der Wahl. Ursächlich für die ganze Diskussion ist ein Abgrabungsantrag der Firma Gruber Umwelt GmbH & Co.KG. für ein Sechs-Hektar-Areal bei Arget. Dagegen hatten Anwohner in der nahen Kleefeldstraße eine Interessengemeinschaft gegründet (HALLO berichtete). Das Gebiet liegt jetzt in den ermittelten Zonen 9 und 12. Der Gemeinderat wird sich in den kommenden Sitzungen weiter damit zu befassen haben.

krb

Der Verband

Den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) gibt es seit 1950. 150 Städte und Gemeinden, acht Landkreise und die Landeshauptstadt gehören dem freien Zweckverband an. Die Geschäftsstelle, Sitz München, berät in Belangen der räumlichen Entwicklung und übernimmt Planungsaufgaben — von Bauleitplänen bis zu Schulbedarfsanalysen. Gefördert wird die interkommunale Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum München.

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