Pfad bleibt Schulkindern als Abkürzung sicher

Diskussion um  Verkauf des Grunds zwischen Dorfstraße und Hohenbrunner Weg

Weg oder Grundstück? Bei der Bezeichnung des naturnahen Trampelpfades zwischen Hohenbrunner Weg und Dorfstraße schieden sich im Gemeinderat Taufkirchen die Geister. Fest steht: Buben und Mädchen nutzen diesen als Abkürzung, um sicher zur nahen Grundschule zu gelangen. Jetzt signalisierte ein privater Anbieter Kaufinteresse – und löste damit eine unerwartet lebhafte Debatte aus.

„Die Wahrung der Interessen eines Einzelnen darf nicht über die Sicherheit der Kinder gestellt werden“, begann David Grothe (Grüne) und forderte, das Grundstück nicht zu verkaufen. Aline Erdmann (CSU) schloss sich dem an. Als zweite Vorsitzende des Fördervereins Dorfschule kennt sie die Problematik auch aus Sicht der Elternschaft. „Das Allgemeinwohl geht vor, ich bin ebenfalls gegen den Verkauf“. Auch der Elternbeirat vertrete diese Meinung, es gelte, hier den sicheren Schulweg zu erhalten. Dem pflichtete Edith Hirtreiter (ILT) zu. Sie betrachtet den Straßenverkehr in dem Bereich ebenfalls als Gefahrenpunkt. Der Weg biete den Kindern eine Alternative zur Straße. Einen weiteren Aspekt warf Ursula Schulze (FDP) in die Waagschale: „Es ist für die Buben und Mädchen eine schöne Abwechslung, auf dem Pfad ringsherum gibt es noch Natur zu entdecken. Kinder lieben Abenteuer“. Beatrice Brückmann (ILT) stimmte dem Gesagten spontan zu. Als gute Gelegenheit, sich lästiger Pflichten zu entledigen, betrachtete Herbert Heigl (CSU) einen möglichen Verkauf. „Der Weg ist doch von November bis April gesperrt, wird nicht geräumt und ist nicht nutzbar“. Stichwort: Sicherungspflicht. So wie die Situation dort jetzt allerdings sei, könne sie nicht bleiben. „Wenn wir den Weg halten, müssen wir auch dafür sorgen“, betonte Heigl. „Das ist aber definitiv kein Weg“, entgegnete Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos). Er wäre deshalb dafür, den Status quo zu belassen und dort nichts zu ändern. Was ihn dort persönlich am meisten störe, so Peter Hofbauer (Freie Wähler), sei dessen dubioser Ausbau am oberen Ende. Parteikollege Michael Lilienthal ergänzte: „Das wegähnliche Grundstück hat vor etwa zwei Jahren Treppenstufen bekommen und macht den Eindruck eines Weges. Dieser sollte wieder renaturiert werden“. Sander erklärte, dass ein ehemaliger Mitarbeiter damals die grobe Treppe in Eigenregie gebaut habe. Gabriele Zaglauer-Swoboda (Grüne) abschließend dazu: „Ich wohne jetzt seit 31 Jahren dort und es ist nie etwas passiert“. Alles sollte so gelassen werden, wie es ist.

Bei der Abstimmung votierte der Gemeinderat mit 19 gegen vier Stimmen gegen den Verkauf des gemeindlichen Grunds. Weiter stimmten 14 der Räte dafür, den Bereich naturnah zu halten. Das beinhaltet auch den Abbau der Steintreppe. Neun Mitglieder des Gremiums wollten das nicht. Die Schulkinder wird es freuen, dass sie ihren alten, eingetretenen Pfad weiterhin nutzen können. 

krb

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