Wohnen und einkaufen an einem Ort

Gemeinderat gibt Neubau der Lindenpassage grünes Licht

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Die Taufkirchner Lindenpassage soll nun abgerissen und neugebaut werden. Das entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Mit dem jüngsten Beschluss des Gemeinderats ist es nun amtlich: Die in die Jahre gekommene Lindenpassage wird abgerissen und neugebaut. Das Gremium votierte mit 15 zu neun Stimmen dafür. Jetzt entsteht am gleichen Ort ein modernes Einkaufszentrum mit 182 Wohnungen darüber. Sicher hatte die Verwaltung am Ende auf mehr Zustimmung gehofft.

Seit Jahren läuft die Diskussion um das marode Zentrum im Ortsteil Am Wald. Läden stehen leer, es kommen wenig Kunden, es weht noch der Wind der 70iger. Wie attraktiv dagegen die Konkurrenz: das nur einen Steinwurf entfernte Gewerbegebiet am Grünwalder Weg in Unterhaching!

Dem will die Gemeinde Taufkirchen nun endlich etwas entgegensetzen, die Nahversorgung sichern und dabei nicht kleckern, sondern klotzen! Jüngsten Plänen zufolge sollen dem Einzelhandel, darunter ein Vollsortimenter und ein Discounter, in der künftigen Lindenpassage 3650 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Darüber, terrassenförmig über dem Erdgeschoss angelegt, sind fünf Wohngeschosse mit 182 Wohnungen mit insgesamt rund 10.000 Quadratmetern Fläche angedacht. Das jetzige Hochhaus über der Apotheke bleibt bestehen, wird allerdings von Grund auf saniert. Für rund 900 Quadratmeter Wohnfläche hat sich die Gemeinde bereits das Belegungsrecht gesichert — und schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: wohnen und einkaufen an einem Ort! So weit, so gut. Dennoch hatte Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) gut zu tun, um die Kritik aus Teilen des Gremiums zu parieren. Zu groß, zu wenige Pkw-Stellplätze und die Verschattung umliegender Bauten durch den Häuserkomplex waren Hauptkritikpunkte nicht nur vieler Bürger. Sie hatten ihre Zweifel am Projekt Lindenpassage in Stellungnahmen an die Verwaltung dokumentiert. Auch die Grünen, die Fraktion der Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT), Ursula Schulze (FDP), Peter Söllner (SPD) und Eckhard Kalinowski (Freie Wähler) hielten dagegen. S

ander jedoch versicherte: Die Abstandsflächen zur Nachbarbebauung würden eingehalten, eine Verschattung werde es deshalb nicht geben. Auch seien in der geplanten zweistöckigen Tiefgarage die erforderlichen Stellplätze ausgewiesen. Für allgemeinen Unmut hatte auch gesorgt, dass die Passage nach Ladenschluss und an Feiertagen geschlossen werden soll. Dies sei nach wie vor Privateigentum und damit rechtens, so Sander. Insgesamt sei dies ein „sehr intensives Verfahren“ gewesen und eine „demokratische Entscheidung im Gemeinderat“, sagte der Bürgermeister, nachdem der Gemeinderat mit 15 zu neun Stimmen für die Neubaupläne gestimmt hatte.

Der Investor, die Rock Capital Investment GmbH, rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren.

krb

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