Ein sehr ausgewogener Deal

Unterhaching erlaubt der Spielvereinigung, die Osttribüne zu sanieren

+
Die Sanierung der Osttribüne hat bereits begonnen.

Der Unterhachinger Gemeinderat erteilt der Spielvereinigung grünes Licht für die eigenverantwortliche Sanierung der Osttribüne. Auch darf der Verein seinen Profibereich in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern.

Das Stadion der Spielvereinigung Unterhaching am Sportpark bietet Platz für 15.000 Menschen — in der Theorie. Denn in der Praxis sieht es derzeit etwas anders aus. 4500 Plätze entfallen, weil die Osttribüne sanierungsbedürftig und aufgrund dessen gegenwärtig gesperrt ist. Bitter ist das für die Spielvereinigung besonders in Anbetracht der Partien, die in dieser Saison anstehen. Das Derby gegen den TSV 1860 München Ende September etwa verspricht volle Zuschauerränge, ebenso wie die Begegnungen gegen die ehemaligen Bundesligaver- eine Eintracht Braunschweig und 1. FC Kaiserslautern.

Umso wichtiger ist dem Verein eine schnelle Sanierung der Osttribüne — zur Not eben in Eigenregie. Das „Okay“ der Gemeinde Unterhaching dazu hat die SpVgg seit der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch. Der Gemeinderat hat einem Nachtrag zum seit Juni 2000 bestehenden Pachtvertrag zugestimmt, der es der Spielvereinigung erlaubt, die Osttribüne im Sommer auf eigene Kosten zu sanieren. Dafür zahlt der Verein dann auch einen geringeren Pachtzins. „Das Recht zur Sanierung gegen die Übernahme der Betreiberpflichten also“, fasste Rathaussprecher Simon Hötzl den Deal zusammen. Zudem darf er Teile des Stadions „unterverpachten“, was die Ausgliederung des Profibereichs in eine Kapitalgesellschaft ermöglicht. Seit Juni lag der Gemeindeverwaltung ein Eckpunktepapier des Vereins vor, wie er sich den Deal mit der Gemeinde vorstellt. Auch wenn nicht alle Wünsche der Spielvereinigung berücksichtigt werden konnten, bezeichnete Hötzl den Nachtragsentwurf als „sehr ausgewogen“. Gemeinde wie SpVgg müssten Kompromisse eingehen.

Eine wesentliche Änderung des aktuellen Nachtrags betrifft das Sportlerheim auf der Südseite: Dieser Gebäudekomplex verbleibt, im Gegensatz zum gesamten restlichen Stadionbereich, in der Verantwortung der Gemeinde. Das mindere, so Hötzl, das Risiko für die Spielvereinigung. Das Gebäude sei vermutlich das mit dem größten Sanierungsbedarf. Auch die Trainingsplätze zwei und drei (für den Breitensport gedacht) bleiben unter gemeindlicher Federführung. „Die Fortuna Unterhaching sowie andere Sportvereine in der Gemeinde sollen nicht zu kurz kommen“, begrüßte etwa Peter Wöstenbrink (SPD) diese Entscheidung.

Das Stadion sowie den Trainingsplatz eins will die Spielvereinigung indes an eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Haching Verwaltungs GmbH & Co.KgaA unterverpachten. In diese soll dann die Profiabteilung des Vereins ausgliedert werden. „Die Ausgliederung ist für uns finanziell elementar“, erklärte Peter Wagstyl, Vizepräsident der Spielvereinigung. Man brauche finanzkräftige Investoren, um im Profisport bestehen zu können. „Andernfalls müssten wir uns in den Breitensport zurückziehen“, so Wagstyl weiter. Vertragspartner der Gemeinde Unterhaching bleibe allerdings auch im Falle einer Ausgliederung die Spielvereinigung, erklärte Bürgermeister Wolfgang Panzer. Nun muss die Mitgliederversammlung des Vereins der Nachtragsvereinbarung der Gemeinde nur noch zustimmen. Die Vereinbarungen gelten bis zum Ablauf des bestehenden Vertrags am 30. Juni 2020. Dann hat der Verein eine Option auf Verlängerung um fünf Jahre.

Die Mehrheit des Gremiums stimmte am vergangenen Mittwoch den Abänderungen zu. Schon am Montag hat der Verein nun mit der Tribünenreparatur begonnen.

tb

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare