Ex-Präsident der Spielvereinigung Unterhaching gründet Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“

Kupka ruft zum Aufstand gegen den DFB auf

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Diese Präsidenten von Amateurvereinen planen den Aufstand gegen den DFB (von links): Uwe Cygan vom VfR Garching, der Ex-Präsident der SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka, Heinz Metz vom SV Pullach, Michael Franke vom FT Gern sowie Martin Schmid vom FC Deisenhofen.

Amateurfußballvereine in Deutschland bekommen zu wenig Geld „von oben“. Dieser Meinung ist der Ex-Präsident der SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka. Er ruft die Vereine daher zum Aufstand gegen den DFB auf. Ende Januar soll die Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“ gegründet werden.

„Ohne Wurzeln gibt es keinen Stamm, keinen Baum und keine Blüten!“ Mit diesem Satz eröffnete der ehemalige Präsident der SpVgg Unterhaching, Engelbert Kupka, die Pressekonferenz vergangene Woche. Er wollte damit deutlich machen, dass der deutsche Fußball — ebenso wie der Baum im genannten Beispiel — auf einem Fundament aufbaue: den Amateurvereinen.

Doch für eben dieses Fundament würde es, so der 77-Jährige, immer schwerer, sich zu finanzieren. Schuld daran sei allein der Deutsche Fußball Bund (DFB). Zu wenig finanzielle Unterstützung würden die „Kleinen“ nämlich von „da oben bekommen“, kritisierte Kupka. Was ihn dabei besonders aufregt: der Grundlagenvertrag (GV) zwischen dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Mit diesem Vertrag wurde 2001 eine Strukturreform durchgeführt: Die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga schieden als Mitglieder des DFB aus und organisierten sich in einem eigenen Verband, der DFL. Aufgrund des GV wurde der DFL das Recht übertragen, sich beziehungsweise ihre Vereine selbst zu vermarkten, wobei der DFB drei Prozent dieser Einnahmen erhalten solle.

Zudem beinhaltet die Vereinbarung den Passus, den Amateurfußball künftig besser zu fördern. Konkret bedeutet dies bislang, dass der DFB jährlich fünf Millionen Euro an die Landesverbände zahlt sowie drei Millionen Euro für die sogenannten „Rahmenbedingungen an der Basis“. Die DFL überweist weitere 2,5 Millionen Euro jährlich für die Amateurvereine.

Für „scheinheilig“ hält Engelbert Kupka allerdings diese Zahlungen. Denn: „Dem DFB und damit auch den Amateuren steht ein viel höherer Anteil zu!“ Die DFL verbucht nämlich pro Saison Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro, wovon 1,4 Milliarden Euro den Profivereinen überwiesen werden. Nur 50 Millionen Euro erhält der DFB, der wiederum nur einen kleinen Teil an die Amateure abgibt.

Mit der Gründung der Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“ ruft Kupka nun zum Aufstand gegen den DFB auf. Während nämlich die DFL dank steigender TV-Einnahmen immer reicher werde, würden die Vereine an der Basis immer ärmer. Würde die Gemeinden ihre Sportvereine nicht unterstützen, ginge gar nichts, glaubt Kupka: „Der Amateurfußball ist der größte Bettelverein überhaupt geworden!“

Am 26. Januar soll in Garching bei München die offizielle Gründungsversammlung der Initiative stattfinden. 13 Vereinspräsidenten von der Regionalliga bis zur Kreisliga hat Kupka hierfür bereits ins Boot geholt – viele weitere sollen folgen. Kupka glaubt: „Das kann der DFB nicht ignorieren!“

Seine 13 Mitbegründer sind ihm für die Initiative dankbar. „Wir haben viele Jugendspieler, die Qualität erwarten, wir haben Verantwortung und verbinden Menschen aus allen Bevölkerungsschichten“, sagt beispielsweise Heinz Metz vom SV Pullach. Dem gegenüber stünden hohe Kosten. Kurzum: „Wir kämpfen alle ums Überleben!“

Wer wie der DFB für 150 Millionen Euro ein Leistungszentrum für die Fußballstars von morgen bauen will, eine sogenannte „Sternenschmiede“, den Amateuren aber Geld verweigere, stellt sich Kupka zufolge „selbst ins Abseits“. Denn: Ohne Unterstützung der Amateure, würden die Sterne schon an der Basis verglühen... tb

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