Um die Erde für die Nachkommen zu bewahren

Einweihung der ersten Freiflächen-Photovoltaikanlage

+
Der Technikvorstand der Bürger-Energie-Unterhaching, Wilfried Taetow, erklärt bei einem Rundgang, wie die Photovoltaikanlage Sonnenlicht in Energie umwandelt.

Deutschland hat seine bisherigen Klimaziele verfehlt. Und auch für 2020 sehen die Prognosen schlecht aus. Immerhin eine Gemeinde hat das Thema Umweltschutz schon lange selbst in die Hand genommen. Seit sechs Jahren besteht die Initiative Bürger-Energie-Unterhaching (BEU). Vergangene Woche hat sie ihr bisher größtes Projekt eingeweiht.

Vorsitzender der Bürgerenergie Wolfgang Geisinger, Landrat Christoph Göbel, Mitglied des Vorstands Hermann Mader, Bürgermeister Wolfgang Panzer, Wilfried Taetow und Vorstandsmitglied Klaus Schulze-Neuhoff bei der Einweihung der Solarstromanlage.

Wolkenloser Himmel und eine kühle Brise. Das perfekte Wetter für die Einweihung der bisher größten Solarstromanlage, die die Bürgerinitiative für nachhaltige Energiegewinnung in Unterhaching auf den Weg gebracht hat. Entlang der Autobahn A8 auf dem Ziegelweg steht die Photovoltaikanlage, die die warmen Sonnenstrahlen in Strom umwandelt. Dort haben sich unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Initiative, Wolfgang Geisinger, Landrat Christoph Göbel und Bürgermeister Wolfgang Panzer, eingefunden, um die Anlage, die bereits eine Woche zuvor in Betrieb ging, nun auch ganz offiziell zu eröffnen. „Mit diesem Festakt wird in Unterhaching die Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien um eine weiteres Kapitel ergänzt“, sagte Wolfgang Panzer in seiner Ansprache. Damit baue die Gemeinde ihre Vorreiterrolle auf diesem Sektor im Landkreis weiter aus. Vor sechs Jahren hat sich die Bürgerinitiative gegründet. Und zwar „in dem Bewusstsein, dass man nicht auf andere bauen kann“, wie der Bürgermeister in seiner Ansprache fortfuhr. Noch bevor klar war, dass Deutschland seine Klimaziele für 2020 verfehlen wird, Angela Merkel ihre berühmte Worte „man könne sich nicht auf andere verlassen“ im Truderinger Festzelt aussprach und Donald Trump aus dem Klimaabkommen austrat, haben die engagierten Unterhachinger begriffen, dass man den Umweltschutz selbst in die Hand nehmen muss. Sechs Solarstromanlagen in Unterhaching und Taufkirchen sind seither auf den Dächern verschiedener Schulen, im Freibad und auf dem Kubiz entstanden. Weitere zwei sind in Planung. Die Anlage an der A8 ist die erste, die auf einer freien Fläche entstand — und mit 850.000 Euro das bisher größte Projekt der BEU. Der prognostizierte Stromertrag durch diese Anlage liegt bei 894.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht etwa 357 Haushalten mit einem Verbrauch von je 2500 Kilowattstunden. Und die Anlage soll noch größer werden. In zwei Jahren, so hoffen alle Beteiligten, entstehen auf der Südseite weitere Solar- anlagen. Auch für Ausgleichsflächen östlich und westlich der Anlagen ist gesorgt. Dort sollen ab dem Frühjahr 2019 ökologisch wertvolle Wiesenkräuter wachsen. Damit das Gras, auf dem die Anlage steht, kurz bleibt und keine Schatten wirft, grasen auf der Weide 23 Schafe. Für Schäfer Willi Sippl aus Hohenbrunn-Riemerling ist es eine Freude, frisches Grünfutter für seine Tiere gefunden zu haben; noch dazu auf einer geschützten Fläche in seiner Nähe. Die Fläche der Photovoltaikanlage ist nicht versiegelt und kann ökologisch sinnvoll genutzt werden.

Mit gerade mal 18 Monaten Vorlaufzeit gingen die Arbeiten an der Anlage am Ziegelweg laut Bürgermeister Panzer „in einem nahezu atemberaubenden Tempo voran — und das Hand in Hand mit dem Unterhachinger Gemeinderat, der die Initiative von Anfang an unterstützte.“

Doch der Bürgermeister will sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Auch die gesamte Straßenbeleuchtung in Unterhaching soll auf LED umgerüstet werden, ein konsequenter Einstieg in das MVG-Mietradsystem und der weitere dringend notwendige Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sollen dazu beitragen, dass die Energiewende, wenn schon nicht in Deutschland, so zumindest vor Ort und in der Region gelingt. Denn wie Panzer sagte: „Wir haben nur diese eine Erde und es ist unsere Aufgabe, sie für unsere Kinder und Enkel zu bewahren.“

Lydia Wünsch

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.