Eine Sprache ohne Worte

Dank Spenden: Kranker Unterhachinger Bub kann zur Delfintherapie

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Auch Fabians Familie darf einmal mit Therapiedelfin Kanoa schwimmen.

Ihrem kranken Sohn eine Delfintherapie ermöglichen — das war der Traum der Unterhachinger Familie Bronold. Dank zahlreicher Spender konnten die vier im August nach Curaçao fliegen, um dort Therapiedelfin Kanoa zu besuchen — und große Erfolge zu erzielen.

Meer, Palmen, Sonne und Strand — für viele klingt das wie ein normaler, schöner Urlaub. Doch für Familie Bronold aus Unterhaching ist das mit der Normalität so eine Sache. Und die Reise nach Curaçao war viel mehr als ein Urlaub.

Der zwölfjährige Sohn der Familie, Fabian, leidet seit seiner Kindheit unter schweren epileptischen Anfällen, kann weder sprechen noch laufen und ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. (HALLO berichtete). „Wir erhofften uns von einer Delfintherapie, Fabians Lebensqualität zu verbessern“, berichtet sein Vater Franz Bronold im Gespräch mit HALLO. Im August war es nun soweit: Fabian reiste für drei Wochen mit seinem Vater, seiner Mutter Tamara und seiner achtjährigen Schwester Tamina zum Delfintherapiezentrum nach Curaçao, einer karibischen Insel vor Südamerika. „Der Trip war schon anstrengend“, erinnert sich der 58-Jährige. Für Fabian sei das tropische Klima eine Herausforderung gewesen. „Doch es hat sich gelohnt!“

Für den kleinen Fabian wurde ein Traum wahr. Dank einer Spendenaktion konnte er mit Delfinen schwimmen.

Insgesamt zwei Wochen hat Therapiedelfin Kanoa jeweils eine Stunde am Tag mit Fabian gearbeitet. „Man hat die besonderen Energien und Schwingungen des Delfins gleich gemerkt“, berichtet Bronold. „Er sprach Fabians Sprache.“ Das Tier habe sofort gewusst, wo es Fabian berühren muss, dass er reagiert. „Kanoa hat seinen Kopf auf Fabians Schulter gelegt und seine Fußsohlen berührt“, erinnert sich der Papa. Durch die Berührungen sei sein Sohn immer entspannter und aufmerksamer geworden. Ergänzend zu den kognitiven Übungen und Spielen im Wasser, erhielt Fabian eine Stunde am Tag physiotherapeutische und logopädische Therapie an Land. Gemeinsam mit seiner Therapeutin habe Fabian Übungen gemacht, die seinen Mundschluss förderten oder ihm halfen, seine Füße wieder selbstständig komplett auf den Boden stellen zu können. Fabian könne zudem inzwischen aus einem Becher trinken, und beim Essen muss sein Kopf nicht mehr dauerhaft gestützt werden. Auch diese Fortschritte führt Bronold auf die Therapie zurück.

„Unser klares Ziel der Therapie war es zudem, Fabians Aufmerksamkeit sowie seine Kommunikationsfähigkeit zu verbessern“, sagt Bronold. Dies hätten sie in jedem Fall erreicht. „Fabian kann nun längeren und intensiveren Blickkontakt herstellen!“ Diese Konzentrationsleistung sei vor der Therapie kaum möglich gewesen. „Man hat das Gefühl, dass viel mehr bei ihm ankommt“, freut sich der Papa. Für die Familie bedeutete die Reise auch eine „Chance, besonders viel Zeit miteinander zu verbringen“. Es gab psychologische Betreuung für die Bronolds und ein Familienschwimmen mit Delfin Kanoa.

Die Reise überhaupt möglich gemacht hatten zahlreiche Spenden. „Wir waren überwältigt, was da an Geld zusammenkam“, sagt Franz Bronold. „Unser großer Dank geht an alle Spender!“

2019 soll es ein Wiedersehen mit Kanoa geben: „Hammermäßig wäre natürlich, wenn Fabian doch mal ein Wort sagen würde“, sagt Bronold. Vielleicht schafft das der Delfin, der seine Sprache spricht.

tb

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