Doppeltes Drama für Oberhachinger Riesen

Basketballer verlieren am letzten Spieltag alles

Tristesse pur herrscht derzeit bei den Basketballern des TSV Oberhaching nach einer desaströsen Woche. Nach einer 77:84 (40:33)-Niederlage zum Saisonausklang beim Tabellendritten VFL Treuchtlingen ging die zuvor fast sicher geglaubte Meisterschaft in der Ersten Regionalliga Südost am Ende doch noch verloren. Vom zuvor eher unerwarteten Patzer der Oberbayern profitierten die Rockets Gotha. Ein Sieg fehlte dem TSV Oberhaching (22:4-Bilanz) am Ende zum größten Triumph der Vereinsgeschichte.

Die Thüringer sicherten sich auf den letzten Drücker durch einen 76:66-Erfolg in Jena doch noch den Titel. Besonders bitter: Im Vorfeld bereits hatten die am Ende traurigen Kyberg- riesen im Dschungel der Regularien das mögliche Aufstiegsrecht verloren. Die insgesamt sehr starke Saison und der Vize-Meistertitel können über die große Enttäuschung beim TSV nicht hinwegtäuschen. Positiv zu werten ist allerdings der Umstand, dass die Verantwortlichen des Vereins die Weichen in Richtung einer weiter prosperierenden Basketball-Zukunft auf dem Kyberg gestellt haben. Am Wochenende wurde eine künftige Kooperation der Tropics mit dem Münchner Traditionsverein TS Jahn München geschlossen. Diese gilt für den männlichen Leistungsbereich.

Beide Vereine wollen mit der Vereinbarung Synergien fördern. Für Oberhaching kommt der starke Talente-Fundus der Turnerschaft mit Teams in der Nachwuchs-Bundesliga gerade recht, um die Oberhachinger Pläne einer starken Verjüngung des eigenen Regionalligakaders mit hoffnungsvollen Talenten des Jahn voranzutreiben. Die Münchner wiederum verfügen zwar über diesen erstklassigen Nachwuchs. Dafür darbt die Herrenmannschaft in einer unteren Spielklasse. Den „Jungspunden“ soll mit der Blickrichtung auf die Erste Regionalliga mehr Perspektive im Männerbereich geboten werden.

Das mittelfränkische Treuchtlingen bleibt für die Tropics dagegen weiterhin eine schlechte Adresse. Wie bereits vor sechs Jahren verspielten die Gelbhemden hier erneut den fast sicher geglaubten Meistertitel. Bitter waren die Umstände der Niederlage insgesamt. Trotz vieler fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen und einer frenetisch den Gegner anfeuernden Kulisse in der Senefelder-Halle begannen die Titelaspiranten aus dem Landkreis stark. Zur Pause hatten die Gäste ihr variableres Spiel und ihre tolle Defense gegen den besten Liga-Angriff aus Mittelfranken folgerichtig zu einer Sieben-Punkte-Führung verarbeitet. Doch die sportlichen Schatten sollten schnell in Halbzeit zwei länger werden. Nicht nur, dass der deutlich überspielte und angeschlagene TSV-Leistungsträger Peter Zeis schwindenden Kräften immer mehr Tribut zollen musste und im zweiten Durchgang kein echter Faktor mehr war. Auch das restliche Oberhachinger Team hatte zu kämpfen. „Grund war, dass wir das gesamte Spiel über verpfiffen wurden und damit früh in Foulprob- leme gerieten“, bilanzierte ein stocksaurer Chefcoach Mario Matic (Foto: hh). Vier Akteure seines Teams mussten das Feld in der zweiten Halbzeit nach dem jeweils fünften Foul vorzeitig verlassen! „Eine Freiwurfbilanz von 41:18 pro Treuchtlingen spricht doch für sich“, so Matic. Dazu fingen sich die Gelbhemden vier technische Fouls ein. In der gesamten Saison hatte das als sehr fair bekannte Team ganze zwei geahndet bekommen. „Wir wurden hier einfach nicht fair behandelt, die Schiris waren schlicht überfordert“, wetterte Matic. Dabei sei die Partie vor 600 Zuschauern insgesamt fair und nicht durch besondere Härten gekennzeichnet gewesen. „Dennoch gratuliere ich Treuchtlingen zum Sieg und Platz drei in der Liga“, schloss Matic fair die Saison ab. Den Sieg hatten die Mittelfranken vor allem ihrem überragenden Forward Tim Eisenberger zu verdanken (29 Punkte, 9 Rebounds und 6 Assists).

Harald Hettich

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