Trampen quer durch Sauerlach?

Agenda 21 prüft Lösung des Mobilitätsproblems jenseits des MVV-Bus-Verkehrs: Mitfahrbankerl

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Initiator Johann Friedrich, Agenda-Sprecher AK Umwelt und Energie, in der MVV-Haltestelle Martinstraße. Sie soll später gleichzeitig als Mitfahrbankerl dienen.

In Sachen Mobilität geht an Wochenenden, Feiertagen und von 19 bis 6 Uhr in Sauerlach nichts mehr. Zumindest was die Versorgung mit MVV-Bussen angeht, recherchierte die örtliche Agenda 21. Eine Lösung muss her. Die Idee ist, sogenannte Mitfahrbankerl einzurichten. Dabei können sich die Bürger gegenseitig mitnehmen.

Kein eigenes Auto? Das stellt ein großes Mobilitätsproblem für die Bürger der Ortsteile von Arget bis Walchstatt dar. Mitfahrbankerl sollen da eine Alternative bieten, so die örtliche Agenda 21.

Die Idee ist dabei nicht ganz neu. Johann Friedrich (80), Sprecher des AK Umwelt und Energie, brachte sie erneut ins Spiel. „Im Grunde überlegen wir schon seit Jahren, wie wir die Mobilität in Sauerlach steigern können“. Pfarrgemeinde und Nachbarschaftshilfe böten zwar Mitfahrgelegenheiten an. „Das passt aber nicht für jeden Sauerlacher“, so der Agenda-Sprecher. Mitfahrbankerl, wie es sie in mehr als 50 bayerischen Gemeinden gibt, auch in Irschenberg, Grafing und Ebersberg, erschienen als Lösung. Bei den bisherigen Projekten stehen liebevoll angemalte Bänke am Straßenrand. In Sauerlach ist der Begriff eher symbolischer Natur: es sind MVV-Wartehäuschen. „Wir suchten Plätze, die vor Regen schützen und bequem sind“, so Friedrich. Schilder, vielleicht mit einem gehobenen Daumen, sollen auf die Tramp-Möglichkeit hinweisen. „Natürlich brauchen wir dafür grafische Hingucker und regelmäßige Werbung“, so der Sprecher. Nutzen könnten die Sauerlacher die Mitnahmemöglichkeit Tag und Nacht. „Wie in alten Tramperzeiten“, so Friedrich. Unfälle decke die Kfz-Insassenversicherung. Keine Befürchtung vor Übergriffen verschiedenster Art? „Es ist hauptsächlich für Einheimische gedacht. Die Menschen hier kennen sich, die nehmen sich mit“, sagt Friedrich optimistisch. Zudem: Niemand müsse in ein Auto einsteigen und niemand müsse jemanden mitnehmen. Ein Aufkleber am Pkw solle die Bereitschaft zur Aktion zeigen. Für Smartphone-Nutzer interessant: im Rahmen des Projekts soll es später Akku-Ladestationen an den Mitfahrbankerl geben. All dies ist jedoch noch in der Entwicklungsphase, der Gemeinderat muss dazu erst befragt werden. Johann Friedrich und die Agenda 21 erhoffen sich bis dahin einen regen Austausch mit den Sauerlachern. Unter der E-Mail-Adresse euklid@microbee.de, Betreff: „Mitfahrbankerl“ ist er für Anregungen, Hinweise oder Wünsche dankbar.

krb

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