Ungewolltes Bus-Theater

Zugeparkt und beschmiert

Josef Schwarz vor seinem Theater im Bus, mit dem er schon lange Haar bereichert.
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Josef Schwarz vor seinem Theater im Bus, mit dem er schon lange Haar bereichert.

Seit 26 Jahren schafft Josef Schwarz mit seinem deutschlandweit einmaligen Theater im Bus eine Verbindung zwischen Kindern und Kultur. Jetzt plagen ihn Sorgen.

„So wie Kinder lernen, auf den Topf zu gehen, können sie auch lernen, ins Theater zu gehen“, sagt Josef Schwarz. Er selbst hilft seit 26 Jahren dabei – mit seinem Theater im Bus fährt er in Schulen und Kitas oder gibt Vorstellungen vor dem Kleinen Theater in Haar (ab dem 11. Februar immer sonntags ab 15 Uhr). 60 Plätze bietet das einzige rollende Theater Deutschlands, das nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt. Nur Josef Schwarz selbst hatte mit seinem Bus zuletzt mehr Ärger als Freude.

Alles begann damit, dass er seinen angestammten Parkplatz im Haarer Jugendstilpark im Zuge der dortigen Baumaßnahmen räumen musste. „Dankenswerterweise bekam ich von der Gemeinde einen neuen Parkplatz in Eglfing zugeteilt. Doch dort kam ich weder rein noch raus – ich war komplett zugeparkt, weil dort alles so voll war“, erklärt Schwarz. Kurzerhand suchte er sich selbst eine Alternative und fand sie an der Wasserburger Landstraße. Doch dort steht der auffällige Bus wie auf einem Präsentierteller. „Zuerst wurden mir zweimal die Nummerntafeln gestohlen, und jetzt wurde der Bus auch noch mit roter Farbe besprüht“ (kleines Foto), beklagt sich Schwarz.

Die anschließende Anzeige bei der Polizei

brachte nichts. Das Geld, um die Farbe zu beseitigen, will sich Schwarz lieber sparen. „Der Bus ist ja eh bunt“, sagt er. Aber es klingt mehr resigniert als humorvoll. „Es stimmt, dass ich Kulturförderung bekomme. Aber die 3200 Euro reichen halt nicht, wenn der Kühler kaputt geht und ich dafür schon 5800 Euro zahlen muss. Auf der anderen Seite bekommt das Residenztheater 34 Millionen Euro Zuschuss“, sagt Schwarz und atmet tief durch. Er ist gerade auf Teneriffa, eine Freundin hat ihn eingeladen, um nach all dem Ärger ein wenig den Kopf frei zu bekommen. In ein paar Tagen kommt der Bus dann in die Reparatur, um für die kommenden Aufführungen fit gemacht zu werden. „So lange er einigermaßen durchhält, wird es das Theater im Bus geben. Aber wenn er irgendwann den Geist aufgibt, geht diese schöne Tradition zu Ende“, erzählt Schwarz wehmütig.

Ein paar Tage in der Sonne bleiben ihm noch, um Kraft zu tanken. Und der richtige Energieschub kommt dann spätestens, wenn in seinem Bus wieder die Kinderaugen zu strahlen beginnen.

Marco Heinrich

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