„Auch aus Respekt den Menschen gegenüber“

Platz für über 300 neue Betten – funktional und schön

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Projektleiter Gerald Schmidt mit dem Ärztlichen Direktor der Klinik, Peter Brieger.

Gleich sechs Neubauten für Pyschiatrie und Neurologie werden in der kbo Isar- Amper-Klinik in Haar eröffnet. Die Neugestaltung des Geländes tritt damit in die letzte Phase.

„Ein wichtiger Meilenstein für das größte psychiatrische Krankenhaus in Bayern“ war es für die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml. Später sprach sie von einem „gelungenen Schlussstrich unter das Mammutprojekt“. Es sind nicht einfach nur mehr als 300 Betten, um die das kbo Isar-Amper Klinikum in Haar erweitert wird. Die jetzige Eröffnung des Neubaus für Psychiatrie und Neurologie ist der Abschluss von Planungen, die bereits vor 20 Jahren begannen.

Der gesamte als „Haar II“ bekannte Bereich wird aufgegeben. Hier entsteht gerade der neue Jugendstilpark mit Wohnungen für 3000 Menschen. Trotzdem weint Peter Brieger als Ärztlicher Direktor den schönen Häusern kaum eine Träne nach. „Eine zeitgemäße Renovierung dieser Häuser für eine Klinik hätte noch viel mehr Aufwand bedeutet. Das sind einfach keine Gebäude eines Krankenhauses im 21. Jahrhundert“, sagt Brieger: „Es gibt eine emotionale Bindung zu unseren alten Häusern, aber rational ist es so besser. Mit unseren Neubauten bekommen wir ein neues Herzstück.“

Besonders viel Wert wurde dabei nicht nur auf die Funktionalität gelegt. Auch auf die Optik kommt es an. „Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Patienten mit Blick in die Natur schneller gesunden als mit Blick auf einen Parkplatz. Das ist ein Aspekt, den wir zu lange ignoriert haben.“ Dementsprechend sehen die Neubauten aus. Hell. Einladend. Bunt. Doch es geht nicht nur um reine Effizienz und Behandlungserfolge, wenn Brieger über Architektur und Design der neuen Bauten spricht. „Schöne Räumlichkeiten sind auch Ausdruck des Respekts den Menschen gegenüber, die zu uns kommen.“

Und so wird das Praktische mit dem Schönen verbunden. Was zum Beispiel im Treppenhaus so aussieht wie ein spielerisches und farbenfrohes Kunstprojekt, ist tatsächlich in erster Linie dazu geeignet, Selbstmordversuche der Patienten durch einen Sprung in die Tiefe zu unterbinden.

2014 wurde der erste Bauabschnitt des Neubaus Psychiatrie und Neurologie fertiggestellt. In den Modulen fanden die Neurologie, die Zentrale Patientenaufnahme sowie psychiatrische Stationen ihre neue Heimat. In die jetzt eröffneten Gebäude ziehen psychosomatische, psychiatrische, gerontopsychiatrische, geriatrische sowie neurologische Stationen ein. Über 300 neue Betten stehen der Klinik zur Verfügung. Der gesamte Ausbau kostete etwas über 100 Millionen Euro, rund ein Drittel davon wurde vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert. Der größte Teil der Umbauarbeiten ist damit abgeschlossen. Kommendes Jahr stehen noch die Gartenarbeiten an, um die Umgebung der Neubauten zu begrünen. Aber so richtig zur Ruhe wird das Gelände auch in Zukunft nicht kommen. Brieger sagt lachend: „Die Zeit bleibt nicht stehen, eigentlich hört das Bauen und Renovieren nie auf.“ 

Marco Heinrich

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