Haar hat den ersten Trixi-Spiegel im Landkreis

Pilotprojekt für Verkehrsspiegel zur Überwindung des toten Winkels

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An der Kreuzung Annelies-Kupper-Allee/Leibstraße hängt der erste Trixi-Spiegel.

Als erste Gemeinde im Landkreis hat Haar einen Trixi-Spiegel an der Kreuzung Annelies-Kupper-Allee/Leibstraße aufgehängt. Doch wird er wohl vorerst auch der Einzige bleiben.

Jetzt hängt er plötzlich doch, der Trixi-Spiegel. Nach langen Diskussionen im Gemeinderat sah es erst so aus, als würde der Verkehrsspiegel zur Überwindung des toten Winkels nicht so schnell zum Einsatz kommen wie von den Gemeinderäten gewünscht.

Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen befasste sich der Gemeinderat erstmals im September mit der Installierung von Trixi-Spiegeln. Die kleinen runden Spiegel werden an Ampeln befestigt und sollen dabei helfen, Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern im toten Winkel mit rechts abbiegenden Fahrzeugen (vor allem LKWs) zu vermeiden. Doch die Installierung gestaltete sich schwieriger als anfangs gedacht.

Der Trixi-Spiegel ist verkehrsrechtlich umstritten, da er wirkungslos wird, sobald er verschmutzt ist oder verschoben wird. Aus diesem Grund steht das Staatliche Bauamt Freising, das für die Bundesstraßen zuständig ist, dem Spiegel noch skeptisch gegenüber. So hatte die Gemeinde nur die Möglichkeit, den Spiegel an der einzigen kommunalen Straße mit Ampelregelung, nämlich an der Kreuzung Annelies-Kupper-Allee/Leibstraße, auf eigene Faust anzubringen. Das hat die Gemeinde auch getan und ist damit die erste im Landkreis. Noch lieber würde sie es aber sehen, wenn die Spiegel flächendeckend an allen großen Kreuzungen installiert würden. Denn eigentlich wäre er an Kreuzungen an der B304 und B471 in Haar noch viel wichtiger als in Eglfing, wo LKWs eher selten einbiegen.

Derweil läuft ein Pilotprojekt in der Landeshauptstadt München an, bei dem Trixi-Spiegel an verschiedenen Kreuzungen getestet werden. Bürgermeisterin Gabriele Müller wollte beim Landrat anregen, dass der Landkreis ebenfalls ein Pilotprojekt für Trixi-Spiegel startet. Nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung will Landrat Christoph Göbel allerdings erst abwarten, bis das Projekt in München Ergebnisse liefert. Es gibt also nach wie vor große Diskussionen um den kleinen Spiegel. 

Lydia Wünsch

Der Trixi-Spiegel ist nach der Tochter des Erfinders benannt. Diese wurde an einer Ampelkreuzung auf ihrem Fahrrad von einem rechts abbiegenden LKW überrollt. Schwer verletzt überlebte sie. Der Fahrer hatte das Kind nicht gesehen, da es sich im toten Winkel befand.

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