Ein Ja zum Campus ist auch ein Ja zu Wohnungen

Der Ortsteil Gronsdorf wird stark wachsen

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Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller bei der Ortsteilversammlung.

Wohin soll Haar noch wachsen? Das war eine der Kernfragen, die die Ortsteilversammlung der Haarer SPD im Kleinen Theater begleitete. „Die Ortsteile Ottendichl und Salmdorf sind fertig“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD, Foto). „Gronsdorf hingegen kann noch wachsen.“ Und wenn alles nach den derzeitigen Plänen läuft, dann wird Gronsdorf sogar gewaltig wachsen. Der geplante Schulcampus mit Realschule, Fachoberschule und Pflegeschule entlang der S-Bahn wird eine enorme Wohnbebauung nach sich ziehen. Das ist die Bedingung der Stadt München, die der Gemeinde das Grundstück nur verkaufen will, wenn dort Wohnungen für etwa 1600 Menschen realisiert werden. Und das an einem Ort, der bisher fast nur Einfamilienhäuser und ein einziges Restaurant aufzuweisen hat. Im kommenden Jahr will die Gemeinde die Diskussionen mit der Stadt aufnehmen, um zu einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis zu kommen. Dieses Ergebnis soll auch mit Hilfe einer Bürgerbeteiligung erfolge, dennoch gab die Bürgermeisterin jetzt schon zu: „Dieses Ja zum Campus bedeutet eben auch ein ja zur Wohnbebauung“.

Aber auch über die Truderinger Baupläne am Rappenweg macht sich die Gemeinde Gedanken, dort sei derzeit eine Wohnbebauung für bis zu 7000 Menschen in Planung. Der Rappenweg grenzt direkt an Gronsdorf an. „Das heißt, diese Menschen werden an den Gärten von Gronsdorf wohnten“, stellte Müller fest. Auch diese Menschen nehmen dann die S-Bahn in Gronsdorf. All das müsse berücksichtigt werden, denn: „Wo Wohnen kommt, kommt auch Verkehr“, so die Bürgermeisterin. Sicher sei jetzt schon, dass die S-Bahn, diese Flut an Menschen nicht mehr stemmen werde. „Die Menschen werden auch mit dem Auto kommen, und wenn sie auf Elektroautos umsteigen, dann haben sie obendrein noch ein gutes Gewissen“, so Müller. Darum sei angedacht, eine Straßenparallele zur S-Bahn zu bauen, die beim Werstoffhof in der Keferloher Straße münden würde. Diese Möglichkeit wurde gerade im Rahmen des integrierten Verkehrskonzeptes untersucht. Erst wenn die dafür nötigen Grundstücksverhandlungen abgeschlossen seien, könne auch die Diskussionen mit der Stadt München über den Platz für den Schulcampus final geführt werden. Am Montag, 9. Dezember, findet unter anderen zu diesem Thema der zweite Workshop zum integrierten Verkehrskonzept um 18 Uhr im Bürgerhaus der Gemeinde Haar statt.

Lydia Wünsch

Aldi, Schulausbau und Lkw-Fahrverbote

Wie die Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) bei der Ortseilversammlung berichtete, wird der Discounter Aldi aller Voraussicht nach eine Filiale in Eglfing eröffnen. Geplant sei eine Ansiedlung neben dem neuen Seniorenzentrum Maria-Stadler-Haus im Jugendstilpark. In dem neu zu errichtenden Gebäudekomplex soll zudem ein Geschäftszentrum mit Praxen, Büros und auch Wohnungen entstehen.

Zudem gab Müller bekannt, dass der Neubau der Grundschule im Jagdfeld nicht zum Schuljahresbeginn 2020/21 bezogen werden kann. „Man habe da Druck herausgenommen“, sagte die Bürgermeisterin. Die Schulsprengeländerung sei demnach verschoben.

Auch das geplante Lkw-Verbot auf der B471 wurde angesprochen, dies wurde zwar jüngst von Landrat Christoph Göbel (CSU) in Aussicht gestellt, allerdings erst, wenn der acht­spurige Ausbau der A99 fertiggestellt sei. „Und das dauert sicher noch zehn Jahre“, betone die Bürgermeisterin.

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