Die letzte Spurensuche vor der Reifeprüfung

Noch ein Mal hebt sich der Vorhang in Haar

Das Theaterstück der Schüler geht unter die Haut. Jetzt wird es zum letzten Mal aufgeführt.
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Das Theaterstück der Schüler geht unter die Haut. Jetzt wird es zum letzten Mal aufgeführt.

Im April 2016 wurde das Stück „Spurensuche“ erstmals aufgeführt. Jetzt, fast zwei Jahre und viele Aufführungen später, wird es wieder auf die Bühne gebracht. Ein letztes Mal. Und wieder in Haar.

„Spurensuche“ – dieser Titel steht für ein Haarer Theaterstück, das seine Wogen weit über die Gemeindegrenzen hinaus geschlagen hat. Es gibt wohl keinen Zuseher, der nicht beeindruckt die Vorstellung verlassen hätte. Die Gruppe zeigt: Schülertheater kann begeistern – und bewegen.

Unter der Regie von Farina Simbeck und Thomas Ritter haben sich die Schülerinnen und Schüler des Ernst Mach Gymnasiums Haar gemeinsam mit der Mittelschule Haar einem Thema angenommen, das belastender kaum sein kann: den Euthanasie-Verbrechen in der NS-Zeit. Unterstützt wurden sie dabei von der Bürgerstiftung Haar, die das Vorhaben von Anfang an kontinuierlich begleitete und finanziell unterstützte. Dafür haben die Schüler monatelang vor Ort recherchiert, Zeitzeugen befragt und der eigenen Familiengeschichte nachgespürt. Gerade in Haar hat es dieses Thema natürlich in sich, denn die örtliche Psychiatrie – damals Heil- und Pflegeanstalt – war ein Ort der Vernichtung und der Deportation. Die Performance entzieht sich dabei einer eindeutigen Beschreibung. Es ist ein emotionales, bedrückendes, aufrüttelndes Stück – mit überraschenden gestalterischen Elementen.

Das haben bereits viele Menschen bemerkt, auch weit über die Grenzen Haars hinaus. So erhielt die Theatergruppe für ihre performative Darstellung den Münchner Bürgerpreis für Demokratie – gegen Vergessen. Selbst in Berlin wurde man auf das Stück aufmerksam und hat die Haarer Schüler beim Wettbewerb „andersartig gedenken on stage“ prämiert. Zusätzlich gab es Auftritte in Irland oder im Deutschen Bundesrat in Berlin.

Nun ist es für die Schülergruppe nochmals ein ganz besonderer Moment, wenn das Stück vor Ort in Haar gezeigt werden kann. Ein letztes Mal wird „Spurensuche“ aufgeführt, im Kleinen Theater auf dem ehemaligen Klinikgelände. Warum? Einige der Ensemblemitglieder werden in diesem Jahr das Abitur machen, und damit endet das Spurensuche-Projekt dann zwangsläufig.

Die Vorstellung läuft am Dienstag, 23. Januar, um 19 Uhr im Kleinen Theater Haar. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kartenvorverkauf unter www.kleinestheater.de.

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