Neujahrsempfang der Gemeinde Haar

Müller warnt vor „populistischer Dumpfheit“

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Bürgermeisterin Gabriele Müller dankte beim jüngsten Neujahrsempfang Inge Eckstein (links) und Peter Hartmann für deren unermüdliches ehrenamtliches Engagement für die Gemeinde Haar.

Beim jüngsten Neujahrsempfang der Gemeinde warnte Bürgermeisterin Gabriele Müller vor Nationalisten und Populisten. Gleichzeitig lobte sie das Engagement ihrer Mitbürger – allen voran Inge Eckstein und Peter Hartmann.

Bürgermeisterin Gabriele Müller begann ihre Ansprache beim jüngsten Haarer Neujahrsempfang mit einem Blick über ihre Gemeinde hinaus. „Sicherheit ist zum dominierenden Thema geworden, in Deutschland wie in Europa. Sicherheit wird wohl auch zum beherrschenden Thema der bevorstehenden Wahlkämpfe.“ Nationalisten und Populisten würden sich in Stellung bringen und machten einfache Gleichungen auf. Demnach solle der Staat für Sicherheit sorgen. Nur, fragt sich Müller, „wie soll das gehen?“

Tatsächlich nämlich könne man Flüchtlingspolitik nicht mit Terrorbekämpfung gleichsetzen. Auch das „kritiklose Aufgeben unserer Freiheitswerte“ könne nicht die Antwort sein. Mit seinen schlichten und einfachen, kurzen und knackigen, platten, provokativen und verlogenen Parolen habe Donald Trump „die Steilvorlage geliefert für jede rechtspopulistische und neofaschistische Strömung in Europa – und den Aufwind dazu, denn damit kann man ja sogar Präsident der Vereinigten Staaten werden“.

Die Folgen dafür dürften bald auch hierzulande spürbar sein, glaubt Müller: „Wir werden uns darauf gefasst machen müssen, Wahlkämpfe zu erleben, wie wir sie noch nie hatten.“ Selbst etablierte Parteien könnten der Versuchung erliegen, „diese gefühlt als Mehrheit wahrgenommene populistische Dumpfheit zu übernehmen“ – anstatt dem Wähler ganz ehrlich zu sagen, dass es keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme geben kann. Haar dagegen habe es im vergangenen Jahr richtig gemacht: Man habe vieles auf den Weg gebracht, offen diskutiert und die Gemeinde damit zukunftsfähig gemacht. „Ich bin stolz darauf, Bürgermeisterin einer Gemeinde zu sein, in der wir Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, eine helfende Hand reichen“, so Müller.

Besonderen Dank richtete sie in diesem Zusammenhang an Inge Eckstein und Peter Hartmann. Die 73-jährige Eckstein engagiert sich seit Jahren im Maria-Stadler-Haus, im Kulturverein und in der Nachmittagsbetreuung von Grundschülern. Der ebenfalls 73-jährige Hartmann prägte jahrzehntelang die Haarer Schützengesellschaft und stand von 1987 bis 2005 dem Gewerbeverband Haar-Trudering vor. In Anerkennung ihrer Leistungen überreichte Müller jeweils eine Urkunde und die Goldene Ehrennadel der Gemeinde.

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