Keine Lust, Teil einer neuen Volkspartei zu sein

Van Lier will nicht mehr für die Freien Wähler im Gemeinderat Haar antreten 

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Gemeinderat Ton van Lier will 2020 nicht wieder für die Freie Wählergemeinschaft Haar (FWG-Haar) antreten.

Normalerweise helfen Wahlerfolge Parteien dabei, neue Mitglieder zu gewinnen. Manchmal verhält es sich aber auch genau umgekehrt: Gemeinderat Ton van Lier will 2020 nicht wieder für die Freie Wählergemeinschaft Haar (FWG-Haar) antreten. Der Grund dafür ist seine Unzufriedenheit mit der neuen politischen Ausrichtung der Freien Wählergemeinschaft. Diese entwickle ich immer mehr zu einer Volkspartei. Das entspricht nach Meinung von van Lier nicht mehr ihrem Ursprungscharakter. „Ihren Ursprung haben die Freien Wähler in unabhängigen kommunalen Wählergemeinschaften, sie denken frei und unabhängig, beurteilen sachlich, überparteilich aber nicht unkritisch“, sagt Lier. Aus dem Bundesverband der Freien Wähler entstand 2010 die Bundesvereinigung der Freien Wähler, die damit an Bundestagswahlen teilnehmen konnte.

Hubert Aiwanger sagte zum Wahlkampfabschluss für die Landtagswahlen: „Die Freien Wähler sind eine liberal-konservative Partei, die sich aber selbst bislang eher als große Bürgerinitiative sieht.“ Und da liegt für van Lier das Dilemma. Auf dem Weg zu einer ernstzunehmenden Partei, vertreten im Landtag, kommen die Freien Wähler nicht um eine politische Positionierung herum. Diese ähnle laut van Lier dem Programm der CSU. Lier hingegen will weiterhin unabhängig agieren. „Dass meine politische Ausrichtung nicht übereinstimmt mit der liberal-konservativen Politik der übergeordnete Partei, wird vielen, die die Kommunalpolitik in Haar folgen, klar sein“, sagt er. Aus diesem Grund hat van Lier sich entschieden, 2020 nicht mehr auf eine Liste der FWG-Haar für den Gemeinderat zu kandidieren. Ob er überhaupt antritt, ließ van Lier offen.

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