Zügiger Aufbau angestrebt

Landkreis und Gemeinde einig beim Schulcampus Haar

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Der Haarer Schulcampus, der auf dem Gelände in Grondsof geplant ist, soll zügig aufgebaut werden. Darauf einigten sich jetzt der Landkreis München und die Gemeinde Haar.

Der Schulcampus Haar soll zügig vorangetrieben werden. Darauf verständigten sich Landrat Christoph Göbel und Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller am Montag. Zunächst soll dafür der Vorläuferbetrieb der Fachoberschule in bislang gewerblich genutzten und derzeit frei stehenden Räumlichkeiten vorbereitet und zum Schuljahr 2018/19 gesichert werden. Bürgermeisterin Gabriele Müller hatte den Kontakt vermittelt, um temporäre Container in Gronsdorf zu vermeiden.

Für den Fall der Aufnahme des Schulbetriebs ab dem Herbst 2018 stellte Kultusminister Ludwig Spaenle der neuen FOS Haar die gewünschte Ausbildungsrichtung „Gesundheit“ in Aussicht. Der landesweite Ausbildungsversuch dazu wurde zum 31. Dezember vergangenen Jahres erfolgreich beendet. Der Kreistag des Landkreises München hatte in der Folge beschlossen, den Schulbetrieb möglichst rasch aufzunehmen. Göbel und Müller betonten zudem, am Gesamtvorhaben Schulcampus aus Fachoberschule, Realschule und Pflegeschule auf dem bislang städtischen Grundstück in Gronsdorf festhalten zu wollen. Städtebauliche Studien und eine aufwändige Grundstücksprüfung im Auftrag der Gemeinde hätten gezeigt, dass dieser Standort für das Vorhaben am besten geeignet sei, so Müller, sofern der Verkehr vom bestehenden Straßensystem aufgenommen werden kann. Gemeinderat und Kreistag hatten auf Grundlage der Prüfung einstimmig diesen Standort befürwortet. Da das Kultusministerium inzwischen jedoch mit bis zu 1200 Schülern für die Fach- oberschule rechnet, war eine erneute Prüfung der hinreichenden verkehrlichen Erschließung des Grundstücks notwendig geworden. Das Gutachten macht deutlich, dass das bestehende Straßennetz zwar eine Nutzung des Grundstücks für eine Fachoberschule einschließlich der vom Kreistag beschlossenen Pflegeschule ermögliche, nicht aber ausreichend leistungsfähig sei, den Gesamtverkehr des Schulcampus im Endausbau inklusive der Realschule aufzunehmen. Nach dem aktuellen Schulbedarfsplan des Landkreises München besuchten die Realschule im Prognosezeitraum bis zu 650 Schüler.

Dennoch soll am Standort in Gronsdorf festgehalten werden. Göbel und Müller gehen davon aus, dass mit der Lösung der städtebaulichen und baurechtlichen Fragen am Münchner Rappenweg der schon lange gewünschte Durchstich einer neuen Nord- tangente in Haar nach München möglich ist. Dadurch könnte die notwendige Erschließung des Schulgrundstücks für den Gesamtcampus erfolgen.

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter unterstütze dieses Vorhaben uneingeschränkt, so Göbel. Er habe dies mit ihm mehrfach besprochen und vereinbart. Landkreis und Gemeinde stehen daher weiterhin in Verhandlungen mit der Landeshauptstadt über den Erwerb der notwendigen Grundstücksflächen.

Zeitnah will der Landkreis nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Sie soll als Grundlage eines daran anschließenden Architektenwettbewerbs sowie zur gemeindlichen Bauleitplanung dienen und zeigen, welcher Grundstücksumgriff im Endausbau genau benötigt wird und wie das Bauvorhaben möglichst in zwei Bauabschnitten realisiert werden kann. Ein erster Bauabschnitt zur Aufnahme von Fachoberschule und Pflegeschule soll nach dem Willen aller Beteiligten dabei so geplant und realisiert werden, dass der zweite Bauabschnitt einen möglichst raschen Zubau der für den Betrieb einer Realschule benötigten Flächen erlaubt.

Sämtliche Flächen des Schulcampus, die auch die Realschüler später mit benutzen werden, wie insbesondere Freiflächen, Sportflächen und Mensa, sollen bereits im ersten Bauabschnitt berücksichtigt werden. Beide Kommunalpolitiker gehen weiterhin davon aus, dass dieser erste Bauabschnitt inklusive der dafür benötigten Grundstücksflächen zu 100 Prozent vom Landkreis finanziert wird. Entsprechende Beschlüsse hatte der Kreistag bereits einstimmig gefasst.

Zur Trägerschaft der Schulen wollen sich Landkreis und Gemeinde noch in Ruhe und auch in Diskussion mit den umliegenden Gebietskörperschaften verständigen. Zunächst wird der Schulcampus (erster Bauabschnitt) aber in alleiniger Trägerschaft des Landkreises verfolgt. Eine spätere Überführung in einen gemeinsam getragenen Zweckverband halten Göbel und Müller für denkbar. In Frage käme etwa der Zweckverband Ernst-Mach-Gymnasium Haar, in dem man ohnehin schon partnerschaftlich verbunden sei, so die beiden Politiker.

Dagegen spreche aus heutiger Sicht nicht viel für eine Fortsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit im Zweckverband Staatliche Realschule Vaterstetten. Im Falle dessen Auflösung übernähme der Landkreis Ebersberg die dortige Schulträgerschaft und würde den scheidenden Verbandsmitgliedern Landkreis München, der Gemeinde Haar sowie der Gemeinde Grasbrunn, Gelder zurückerstatten, die zum Aufbau der neuen Realschule in Haar verwendet werden können.

Im Anschluss an das einvernehmliche Gespräch zwischen Landrat Christoph Göbel und Bürgermeisterin Gabriele Müller soll das verabredete Vorgehen nun im Haarer Gemeinderat sowie im Kreistag vorgestellt und durch entsprechende Beschlüsse verabschiedet werden, so die Formulierung eines Lastheftes als Grundlage für die anstehende Machbarkeitsstudie.

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