Kulturverein Haar feiert 20-jähriges Bestehen mit Jubiläumskonzert am 5. März

„Musik ist der Violinschlüssel zum Glück“

+
Seit Jahren ein bewährtes Team: der Vorstand des Kulturvereins Haar mit (von links) Gabriele Rehmet, Theresa Heil, Wolfgang Dietrich, Inge Eckstein und Marianne Heidegger.

Das Bürgerhaus in Haar sollte den Vereinen der Gemeinde als Treffpunkt dienen, so der Plan des früheren Haarer Bürgermeisters Helmut Dworzak. Gemeinderätin Theresa Heil sah das grundsätzlich ähnlich, fand aber: „Im Bürgerhaus ist zu wenig Kultur!“ In der Folge gründete sie den Kulturverein Haar. Das war 1997. Nun steht die 20-Jahr-Feier des Vereins an.

„Ich habe meine Ämter schon immer lange gemacht“, sagt Theresa Heil und lacht. Das stimmt allerdings! 36 Jahre lang saß sie im Haarer Gemeinderat, 25 Jahre hatte sie den Vorsitz des Trägervereins für das Maria-Stadler-Haus inne und dem Kulturverein Haar steht sie nun ebenfalls schon seit 20 Jahren vor. „Ich bin zäh“, sagt Heil über sich. Und vor allem: Sie wusste schon immer, was sie wollte!

Nachdem die Nachbarn aus Trudering 1995 ihr eigenes Kulturzentrum eröffnet hatten und damit nicht mehr in den Haarer Bürgersaal ausweichen mussten, um ihre Konzerte zu veranstalten, war nach Theresa Heils Geschmack „im Bürgerhaus zu wenig Kultur drin“! Die Vereine und das Ensemble Haar nutzten den Veranstaltungsort zwar regelmäßig, aber da die Gemeinde kein eigenes Kulturprogramm veranstaltete, gab es tatsächlich in Haar keine weiteren Konzertveranstaltungen mehr.

Theresa Heil tat sich daher mit einigen anderen Kulturinteressierten zusammen und gründete kurzerhand den Kulturverein Haar. Im ersten Vorstand saßen neben Heil Inge Eckstein, Anneliese Brug und Wolfgang Dietrich. Wenig später stieß auch Marianne Heidegger, frühere Vhs-Leiterin in Haar, zum Team – das sich seitdem hervorragend ergänzt. Vor allem die Arbeitsteilung zwischen Heil und Heidegger funktioniert gut: „Marianne hat immer Träume, ich bin die Betriebswirtin. Aber am Ende einigen wir uns immer. Auf diese Weise sind wir erfolgreich“, sagt Heil.

Klar, große Orchester kann sich ein kleiner Verein wie der Haarer Kulturverein nicht leisten. Stattdessen setzt man auf ein gutes Netzwerk und die Verbindungen zu den heimischen Künstlern. Der bekannte Pianist Arno Waschk etwa, der in Haar aufgewachsen war und für den Kulturverein bereits einige Konzerte gegeben hatte, vermittelte dem Verein den Auftritt von Klaus Maria Brandauer. Der Weltstar verzichtete sogar auf eine Gage – nachdem er gehört hatte, was der Haarer Kulturverein ihm für seine Lesung im Bürgerhaus würde zahlen können. „Da mach ich‘s lieber gleich umsonst“, soll der große Brandauer damals gesagt haben.

Doch nicht nur Klaus Maria Brandauer begeisterte die Haarer: Sieben Träger des Musikpreises Echo gaben sich im Bürgerhaus bereits die Ehre; hinzu kamen zahlreiche weitere Künstler aus dem Bereich bildender Kunst; darunter auch solche, die als Schüler bei Vorstandsmitglied Wolfgang Dietrich ihr Handwerk gelernt hatten und ihm anschließend die Treue hielten.

Das Engagement und der Sachverstand der Verantwortlichen zahlt sich aus. 205 Abonnenten zählt der Verein derzeit – Tendenz steigend. „Unseren 100. Abonnenten haben wir noch gefeiert wie VW damals seinen millionsten Käfer“, erzählt Dietrich. Heute bildeten die Abonnenten „das Rückgrat des Vereins“; nur darum „haben wir kein Defizit, aber immer gute Künstler“, ist sich Heil sicher.

Für das große Jubiläumskonzert am Sonntag, 5. März, um 19.30 Uhr hat sich der Kulturverein natürlich etwas Besonderes geleistet: ein Konzert mit dem Ensemble Haar und den Bläsern des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Gespielt werden Beethovens Klavierkonzert Nummer 5, Schumanns Frühlingssinfonie sowie Mendelssohn-Bartholdys Ouvertüre „Ruy Blas“. Letzteres Stück wurde übrigens auch bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie gespielt – Angst vor großen Namen oder Stücken hatte man in Haar ja noch nie...

Karten für das Jubiläumskonzert im Bürgerhaus gibt es unter www.kulturverein-haar.de sowie bei Schreibwaren Willerer, der Jagdfeldapotheke und Piano Mahler.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare