Keine Zustimmung ohne Verkehrskonzept

Konfliktlinie zwischen Trudering und Haar

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Otto Steinberger wählt als Chef des BA Trudering-Riem scharfe Worte.

Der Bezirksausschuss Trudering-Riem spricht von einem „Schlag ins Gesicht“ und von Anwohnern, die „unter der Geisel des Schwerlastverkehrs leiden“. Die Frage: Wo fahren die Autos nach Gronsdorf?

Dem Truderinger Bezirksausschuss (BA) reicht es, dass Haar in Gronsdorf Baugebiete ausweist, ohne ein tragfähiges Verkehrskonzept vorzulegen, welches die Truderinger Bahnstraße entlastet. Das Gremium fordert die Stadt nun auf, alle Mittel einzusetzen, um jegliche Projektzustimmung ohne Verkehrskonzept zu verhindern! Es gehe nicht an, so der BA, dass die Stadt sich weigere, Bahn-, Adlerstraße und Drosselweg für Schwerlaster zu sperren, während Haar sich dagegen sträube, das Schwerlastverbot für die Ausweichroute Lorenz-Huber- und Keferloher Straße aufzuheben.

In Gronsdorf tut sich was: Nördlich der S-Bahngleise und westlich der Schneiderhofstraße sind 200 neue Wohnungen, ein Supermarkt und eine Gaststätte geplant. Gleich gegenüber, westlich der Schneiderhofstraße, will der Landkreis einen Schulcampus mit BOS, FOS und Pflegeschule errichten, eine Realschule könnte ebenfalls dazu kommen. „Der BA begrüßt diese Nutzung dem Grunde nach, kann aber nicht hinnehmen, dass ein Baubeginn auch ohne ausreichendes Verkehrskonzept erfolgen soll. Es ist ein Schlag ins Gesicht der unter der Geisel des Schwerlastverkehrs leidenden Anlieger der Bahnstraße, wenn sich die Landeshauptstadt München weigert, die Bahn- und Adlerstraße sowie den Drosselweg für den Schwerlastverkehr zu sperren und andererseits den Eindruck erweckt, sie würde für das Schulcampus-Projekt des Landkreises bedingungslos erhebliche eigene Flächen zur Verfügung stellen“, heißt es im Antrag der CSU, den der Bezirksausschuss einstimmig absegnete.

Dem BA stößt auch auf, dass die Gemeinde Haar den Schwerlastverkehr aus der einzigen Ausweichroute zur Bahnstraße ausgesperrt hat. Spätestens ab Beginn der ersten Baumaßnahmen in Gronsdorf müsse eine Entlastung der Bahnstraße vom Schwerlastverkehr realisiert sein, so das Gremium. „Sollte hierzu nicht zumindest eine Teilführung der Schwerlaster über die Trasse bis zur Schwabl- hofstraße möglich sein, muss die Gemeinde Haar dazu gebracht werden, das Schwerlastverbot an der Lorenz-Huber- und Keferloher Straße aufzuheben, bis die Nordtangente zur Gänze oder der westliche Teil (auf Haarer Flur/Anm. d. Red.) diesen störenden Verkehr aufnimmt“, heißt es in dem Beschluss. „Sollte sich die Gemeinde Haar weigern, werden so lange keine stadteigenen Flächen für den Schulcampus bereitgestellt.“

Der Bezirksausschuss fordert zudem, dass ihm das Verkehrsgutachten des Landkreises sowie die Bebauungspläne für Gronsdorf Süd vorgelegt werden. Die nämlich hat das Gremium laut Auskunft von BA-Chef Otto Steinberger (CSU) nie zur Anhörung auf der Tagesordnung gehabt. Üblicherweise erfolgt laut interkommunalem Abstimmungsgebot eine Anhörung der unmittelbar angrenzenden Gemeinden, in diesem Fall des Truderinger BA. Die Gemeinde Haar hat inzwischen reagiert. Ihren Auskünften zufolge wurden die Pläne dem BA zugesandt.

gm

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