Ein Unglück kommt selten alleine

Das Kleine Theater Haar bangt um seinen Steinway-Flügel

Das Kleine Theater Haar bangt um seinen Flügel - zu teuer sind die Sanierungskosten
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Das Kleine Theater Haar bangt um seinen Flügel - zu teuer sind die Sanierungskosten

Haar – Das Kleine Theater ist ja schon an sich ein Schmuckstück, der Steinway-Flügel war immer noch das „Tüpfelchen auf dem i“ und ermöglichte immer wieder sehr anspruchsvolle Klavierkonzerte und Kammermusikabende. Schon seit einigen Jahren war aber klar: will man den Wert des Instrumentes erhalten, muss investiert werden. „ Schon seit 2016 dränge ich darauf, dass das Instrument umfassen saniert wird“, berichtet Matthias Riedel-Rüppel, der Intendant des Hauses.

In Gabriele Förg, Mitarbeiterin in der Liegenschaftsverwaltung des Bezirks Oberbayern, dem neben dem Haus auch das Instrument gehört, fand Riedel-Rüppel eine Mit-Kämpferin, die dieses Anliegen intensiv mit unterstützte. In 2019 stellte der Bezirk die Mittel zur Generalüberholung zur Verfügung, mehr als 15.000 €. Im Oktober 2019 war es dann endlich soweit, das Instrument wurde in die Werkstatt der Klavierbaumeisterin Claudia Sohnemann transportiert. 

Die umfassenden Maßnahmen begannen: Neubesaitung, Überarbeitung der klanglichen Anlagen, neuer Lack für den Rahmen und eine Vielzahl weiterer Teilschritte. Am 6.4.2020 sollte das Instrument dann zurück ins Kleinen Theater Haar kommen. Doch es sollte anders kommen: „Während der Abschlussarbeiten am Instrument wurde ein weiterer umfassender Schaden am Resonanzkörper sichtbar, der Flügel wollte einfach nicht klingen!“, so Riedel-Rüppel. 

Nun wird eine weitere Maßnahme erforderlich, um das Instrument abschließend und adäquat herzurichten. Hierzu müssen erneut rund 15.000 € bewegt werden. „Dieses ist natürlich eine Summe, die in der Zeit der Corona-Pandemie nirgendwo so einfach zur Verfügung gestellt werden kann“, erklärt der Intendant, der ja selbst studierter Musiker ist und dem Instrumente natürlich besonders am Herzen liegen. „Ich bin all unseren Partnern – Gemeinde Haar, Bezirk Oberbayern und kbo – in der Krise ohnehin unendlich dankbar, dass sie uns so unterstützen, da werde ich mir diesen Betrag anderweitig zusammenbetteln müssen“, so Riedel-Rüppel. 

Und weiter: „Sicherlich gibt es auch die Frage, ob dieses in der derzeitigen Situation nicht ein Luxusproblem ist. Mag sein, aber unter normalen Umständen wäre die Möglichkeit da gewesen die Arbeiten zu beenden. Nun ist die Corona-Krise auch eine Kulturkrise und trifft diesen Bereich ohnehin Übergebühr und dann kommt das noch obendrauf. Und es ist ja nicht so, dass wir jetzt mit der Sanierung beginnen wollen, wir müssen in die Lage versetzt werden ein Projekt zu beenden, denn sonst wären die bereits investierten 15.000 € auch verloren.“ Der benötigte Betrag ist im Bereich Kultur derzeit nicht zu finden. Deshalb hat das Kleine Theater Haar gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Kultur und Gesellschaft e.V. ein Spendenkonto eingerichtet. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.kleinestheaterhaar.de.

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