Der Eiserne aus Haar

Kilian Limmer verpasste beim Ironman in Klagenfurt nur knapp die Quali für die WM in Hawaii

Kilian Limmer hat sich in der härtesten Sportart der Welt bewiesen: Beim Ironman Austria in Klagenfurt wurde er Zweiter in seiner Altersklasse. Neben der 180-Kilometer-Raddistanz und einem Marathon musste er dazu noch 3,8 Kilometer durch den Wörthersee schwimmen.
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Kilian Limmer hat sich in der härtesten Sportart der Welt bewiesen: Beim Ironman Austria in Klagenfurt wurde er Zweiter in seiner Altersklasse. Neben der 180-Kilometer-Raddistanz und einem Marathon musste er dazu noch 3,8 Kilometer durch den Wörthersee schwimmen.

Der „Ironman“ gilt als eine der größten Herausforderungen für Triathleten weltweit. Anfang Juli kamen deshalb über 3500 Sportler für den Ironman Austria nach Klagenfurt an den Wörthersee. Diesmal ging auch der Haarer Kilian Limmer an den Start und verpasste nur knapp die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Hawaii.

Unter den 3500 Sportlern, die nach dem Startschuss in den Wörthersee liefen, um die erste Disziplin des Ironman Austria in Klagenfurt anzugehen, war in diesem Jahr auch ein junger Mann aus Haar: Kilian Limmer. Für den 23-Jährigen war der Wettkampf in Österreich der erste Ironman seiner Karriere. Und es sollte gleich ein Erfolg werden!

Der 23-jährige Sportstudent aus Haar begeistert sich seit 2007 für den Triathlon, ein Mehrkampf bestehend aus den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen. Der Ironman gilt dabei als Königsdisziplin: Die Sportler müssen 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und schließlich noch eine Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer laufen.

Limmers eigentlicher Lieblingssport war ja der Fußball, den er jahrelang beim TSV Haar ausübte. Als er sich, verletzungsbedingt, vom runden Leder verabschieden musste, kaufte er sich zum Ausgleich ein Rennrad – und entdeckte so den Radsport und den Triathlon für sich. 2011 startete Kilian Limmer dann zum ersten Mal bei einem Triathlon, das aber, wie er sagt, „nicht wirklich ernsthaft und nebenbei“. Seit 2015 ist er aber mit vollem Ernst bei der Sache. Ein Jahr Vorbereitung mit zuletzt 15 bis 20 Stunden Training pro Woche sollten ihn nun auf den Ironman vorbereiten – mit dem klaren Ziel der Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Einmal in Hawaii dabei zu sein, sagt er, ist für jeden Triathleten der „Heilige Gral“!

Insgesamt wurden in Klagenfurt 40 Startplätze an die bestplatzierten in den entsprechenden Altersgruppen vergeben. In der Gruppe des Haarers, 18 bis 24 Jahre, wurde sogar nur ein Platz ausgeschrieben. Auf seine Gesamtzeit von neun Stunden und 20 Minuten für alle drei Disziplinen ist Kilian Limmer zu Recht stolz, denn er braucht sich damit nicht vor den zahlreichen professionellen Triathleten – mit dabei war auch der deutsche Olympiasieger und Langdistanz-Rekordhalter Jan Frodeno – verstecken. „Es lief einfach alles perfekt“, so der 23-Jährige. Das lag seiner Meinung nach auch an der eindrucksvollen Kulisse, die der Wörthersee in Klagenfurt bietet. Die Strecken liegen sehr zentral um das Klagenfurter Strandbad. „Ich habe mich sofort wohl gefühlt in den Bergen und wenn man sich wohlfühlt, kann man auch die Leistung bringen.“

Dass er am Ende aber eine Zeit von unter neuneinhalb Stunden schaffen und damit auf dem zweiten Platz in seiner Altersgrupe landen sollte, damit hatte er selbst in seinen optimistischsten Momenten nicht gerechnet.

„Ab Kilometer 28 wurde es kritisch“ 

Dennoch ist er auch selbstkritisch: Die 3,8-Kilometer-Schwimmdistanz absolvierte er in einer Stunde und vier Minuten. „Hier sehe ich den größten Verbesserungsbedarf!“ Die 180 Kilometer lange Radstrecke, die sich in Klagenfurt auf zwei Runden aufteilte, absolvierte er in vier Stunden und 57 Minuten. Die zweite Runde, das gibt Limmer zu, sei dann schon schwieriger geworden, „da merkt man die 1800 Höhenmeter“. Bei der Laufdistanz von 42 Kilometern musste dann sogar der austrainierte Haarer an seine Grenzen gehen: „Ab Kilometer 28 wurde es kritisch. Da hilft nur: Augen zu und durchbeißen!“

Zwar absolvierte der Österreicher Georg Enzenberger die Strecke sieben Minuten schneller als Kilian Limmer und schaffte damit die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Hawaii. Die Enttäuschung hält sich für den 23-Jährigen jedoch in Grenzen. Er wisse nun um sein Verbesserungspotenzial und will beim nächsten Ironman in Klagenfurt wieder an den Start gehen. „Und dann sollte die Qualifikation für Hawaii drin sein!“ 

Michael Theil

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