„Für viele ist das nicht sexy“

Kickbox-Weltmeisterin Alexandra Hose aus Haar

Wer zu einer Weltmeisterschaft reist, will sich mit den Besten des ganzen Planeten messen. Daher war es für Alexandra Hose aus Haar schon eine kleine Enttäuschung, als sie bei der WM in Athen sah, dass in ihrer Klasse (unter 60 Kilo, über 45 Jahre) nur Deutsche gemeldet hatten. Stolz war sie natürlich trotzdem, als sie die Goldmedaille gewann. Trotzdem entschied Hose, auch in der jüngeren Klasse der Über-35-Jährigen anzutreten. Gegen Konkurrenz aus Kanada, Malaysia und Deutschland. Es wurde eine schmerzhafte Erfahrung.

„Im Finale bekam ich es mit der anderen Deutschen im Turnier zu tun. Sie hat mich voll getroffen und an der Rippe verletzt. Kein Vorwurf, das hat sie einfach toll gemacht. Nach dem Kampf wollte ich trotzdem erstmal nicht mehr mit ihr reden“, erinnert sich Alexandra Hose, jetzt kann sie auch darüber lachen. Da die Organisatoren nach Problemen mit dem Zeitplan die Kämpfe auf eine Runde beschränkten (sonst sind zwei Runden à zwei Minuten üblich), gab es keine Chance mehr, den klaren Treffer auszugleichen. „Ich war richtig sauer. Ich hatte mich wirklich lange auf das Turnier vorbereitet“, sagt sie. Alexandra Hose hat sich dem Leichtkontakt-Kickboxen verschrieben – eine Variante, die vor allem technisch und konditionell enorm anspruchsvoll ist. Und nicht so hart wie man meinen könnte. „Nur ganz selten passiert was. Veilchen gibt es eher mal im Training und bei den Männern im Schwergewicht. Darunter geht es schon glimpflich ab. Es passiert weniger als im Fußball“, erklärt Hose. Zusammen mit ihrem Trainingspartner, Coach und Lebenspartner Andreas Juranits sowie Trainer und Noch-Ehemann Matthäus Hose riefen sie die Kick-and-Punch-Company München ins Leben. Eine wahre Patchwork-Familie im Zeichen des Kickboxens. „Das funktioniert nur mit Respekt. Und Respekt ist genau das, was dieser Kampfsport jedem vermittelt, der ihn ausübt. Eine Beziehung muss nicht im Krieg auseinander gehen“, erzählt die auf den ersten Blick zierlich wirkende Frau.

Auch heute ist es noch keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen Sportarten wie Kickboxen intensiv betreiben. „Frauen, die kämpfen – für viele ist das immer noch nicht sexy“, erklärt Alexandra Hose. Umso mehr freut sie sich, dass immer mehr Paare in die Kick-and-Punch-Company kommen.

mh

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