Projekt des Malteser Hilfswerks in Haar

Es ist keine Schande, Hilfe anzunehmen

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Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin Haar, Funda Schnitzler, Leiterin Sozialamt Gemeinde Haar, und Dieter Wünsche, Malteser-Bezirksgeschäftsführer.

Sie haben ein Leben lang hart gearbeitet – für sich und für andere. Und im Alter? Reicht es dann manchmal nicht einmal mehr für das Nötigste. Das Malteser Hilfswerk hat nun in der Gemeinde Haar ein besonderes Projekt gestartet.

Wenn im Alter die Kraft schwindet und wenig Geld für das tägliche Leben übrigbleibt, sind viele auf die Dienste von Hilfsorganisationen angewiesen. Viele Senioren leben heute außerdem alleine und können sich nicht auf die Hilfe und Unterstützung von Familienangehörigen oder Nachbarn verlassen. Und auch die Scham über die eigene Situation lässt gerade die ältere Generation keine Hilfe suchen. Das bemerkt man auch in der Gemeinde Haar – am Haarer Tisch.

Dabei ist Bedürftigkeit oder Altersarmut kein Grund zur Scham: Sie kann sich aufgrund einer Krankheit oder Behinderung über Jahre hinweg entwickeln oder aber unverschuldet und ganz plötzlich aus heiterem Himmel über die Betroffenen hereinbrechen. Zur prekären finanziellen Lage vieler alter Menschen kommen oft körperliche Gebrechen und Krankheiten hinzu. Der tägliche Einkauf und das tägliche Kochen gestalten sich zunehmend mühsamer. „Es ist genau die Generation, die häufig auch mit wenig zufrieden ist. Manchmal eindeutig auch mit zu wenig“, sagt Dieter Wünsche, Malteser-Bezirksgeschäftsführer, als er sein Projekt im Rathaus Bürgermeisterin Gabriele Müller vorstellt. Sein Angebot: Über eine Malteser Mahlzeiten-Patenschaft bekommen Senioren in persönlicher und finanzieller Not täglich kostenlos ein warmes und gesundes Mittagsmenü. Die Patenschaft wird über Spenden finanziert, greift aber auch auf lokale Zuschüsse und eventuelle Eigenbeiträge zurück. Dabei werden die bedürftigen Senioren nicht gesondert beliefert, sondern in die normale „Essen auf Räder“-Struktur eingebunden.

Das Essen wird ganz normal aus dem Katalog ausgewählt. Und es kommt der Fahrer, der das Essen überall anliefert – und so muss es auch nicht publik werden, dass diese Essenslieferung nicht selbst finanziert werden kann. Eine Mahlzeiten-Patenschaft beantragen kann grundsätzlich jeder, der über 75 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt ist und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt: Der Antragsteller bezieht Sozialhilfe oder Grundsicherung, hat einen Berechtigungsschein der Tafel oder eine Sozialcard. Oder aber nach Abzug der Miete bleiben weniger als 550 Euro monatlich zum Leben. Weitere Informationen unter Telefon 85 80 80-0 oder unter www.mahlzeitenpatenschaften.de.

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