Haars Pfarrer Albert Schamberger

Ein Gipfelstürmer geht in Ruhestand

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Pfarrer Albert Schamberger ist seit 1975 in Haar tätig. Im Sommer wird er jedoch in Ruhestand gehen.

Der Pfarrverband Haar bekommt eine neue Leitung: Unterhachings Pfarrer Kilian-Thomas Semel wird zum 1. August die Nachfolge von Albert Schamberger antreten. Der 75-Jährige kann sich damit nach über 40 Jahren Dienst in Haar in den verdienten Ruhestand verabschieden. HALLO hat mit Albert Schamberger daher über seine Zukunft als Rentner und seinen Nachfolger gesprochen.

Offiziell darf sich Albert Schamberger ja schon seit 2014 als „Pfarrer i. R.“ bezeichnen, also als Pfarrer im Ruhestand. Tatsächlich aber war der 75-Jährige in den vergangenen Monaten davon himmelweit entfernt. Anstatt nämlich seinen wohlverdienten Ruhestand anzutreten, hatte der Ortspfarrer von Salmdorf und Ottendichl auch noch die kommissarische Leitung des Pfarrverbands Haar inklusive der Pfarreien St. Konrad, St. Bonifatius und St. Martin übernommen. „Ich wurde 1969 zum Priester geweiht. Aus meinem Jahrgang bin ich der letzte, der noch voll arbeitet“, erzählt der Geistliche.

Umso glücklicher ist Schamberger nun, dass er ab 1. August wirklich in Ruhestand gehen kann. „Dann werde ich endlich mehr Freizeit haben“, freut er sich. Wobei, so ganz verabschieden wird er sich nicht: „Immer unter dem Vorbehalt, dass es meine Gesundheit zulässt, werde ich noch eine sogenannte Mithilfe in der Seelsorge sein.“ Dies bedeute, dass er – wenn auch in reduziertem Umfang – weiterhin Gottesdienste, Trauungen oder Taufen feiern wird. Nicht erledigen müsse er demgegenüber lästige Verwaltungsarbeit am Computer. Sein Tätigkeitsfeld wird sich nach seinen Angaben dann auch nur noch auf Ottendichl, Salmdorf und die Klinikkirche St. Raphael konzentrieren.

Dass seine Nachfolge in Haar nun geregelt ist, freut Schamberger. Nachdem Pfarrer Markus Bittner im vergangenen Frühjahr überraschend seinen Dienst quittiert hatte, musste Schamberger auf Bitten der Erzdiözese die Stelle übernehmen; „eigentlich sollte ich nur bis 31. August 2016 bleiben, dann wurde das verlängert bis 31. Dezember 2016.“ Jetzt steht fest: Schamberger leitet den Pfarrverband noch bis 30. Juli, ab August übernimmt der 50-jährige Unterhachinger Kilian-Thomas Semel. „Ich habe ihn schon kennengelernt und stundenlang mit ihm über Vieles geredet, was seine Aufgaben und seinen Dienst hier betrifft“, berichtet Schamberger. Grundsätzlich findet er Semel „sympathisch und kompetent“. Dieser werde in Haar offenen Herzens empfangen, verspricht der Bald-Rentner, und dürfe sich auf „das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeiter in der Seelsorge und in der Verwaltung sowie in den Gremien und überhaupt in den Pfarreien“ freuen.

Seine baldige Freizeit möchte Schamberger nutzen, um zu lesen, Ausstellungen und Konzerte zu besuchen und Freunde zu treffen. Auch seine eigenen musikalischen Fähigkeiten möchte er ausbauen: Zum einen, indem er mehr Zeit am eigenen Klavier verbringt, zum anderen in seiner Rolle als Tenor bei der Chorvereinigung Haar. Für die allwöchentlichen Proben hatte der Vielbeschäftigte in den vergangenen Monaten nicht immer die nötige Zeit. Auch seiner großen Leidenschaft, dem Bergwandern, will Schamberger künftig mehr Zeit widmen. Noch vor vier Jahren hatte der fitte Senior den 6100 Meter hohen Chachani in Peru bezwungen, vor zwei Jahren unternahm er eine Trekking-Tour durch Bhutan. Auf dem Kilimandscharo, berichtet er ganz nonchalant, sei er schon drei Mal gewesen; ansonsten kraxelte er mit seinen Freunden aus dem DAV bereits am Mount Everest, auf dem Großglockner, dem Montblanc oder dem Piz Buin herum.

Welche Gipfel er nun noch erklimmen wird, kann der sportliche 75-Jährige noch nicht sagen. Erstmal gelte es, sich auf seine verbleibenden sieben Monate als Haarer Pfarrverbandsleiter konzentrieren. Denn: „In meinem Alter fällt einem alles halt doch ein bisschen schwerer...“

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