Tausende Mitarbeiter, aber keiner ist zuständig

Haarerin kämpft um ihr Paket, das in defekter Packstation eingeschlossen ist

Uta Lettenmeyer wartete zwölf Tage lang auf ihr Päckchen. So lange befand es sich in einer defekten Packstation an der Esso-Tankstelle an der Wasserburger Landstraße. Trotz unzähliger Anrufe bei der Post konnte ihr das Paket nicht zugestellt werden. Stattdessen befindet es sich nun wieder auf dem Weg zurück zum Empfänger.
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Uta Lettenmeyer wartete zwölf Tage lang auf ihr Päckchen. So lange befand es sich in einer defekten Packstation an der Esso-Tankstelle an der Wasserburger Landstraße. Trotz unzähliger Anrufe bei der Post konnte ihr das Paket nicht zugestellt werden. Stattdessen befindet es sich nun wieder auf dem Weg zurück zum Empfänger.

Zwei Wochen wartete die Haarerin Uta Lettenmeyer auf ein Paket ihrer Freundin – vergebens. Das Packerl war nämlich eingeschlossen in einer defekten Packstation in Trudering. Tagelang versuchte Lettenmeyer, bei der Post einen Zuständigen für ihr Problem zu finden. Doch helfen konnte – oder wollte – ihr niemand.

Dass Pakete manchmal auf dem Postweg verloren gehen, ist ärgerlich, passiert aber des Öfteren; dass ein Päckchen schon fast vor der Haustür war und dann doch wieder zurück zum Absender geschickt wurde, ist allerdings selten! Der Haarerin Uta Lettenmeyer ist genau dies aber kürzlich passiert.

Dabei hatte alles plangemäß begonnen. Das Paket, das die freischaffende Künstlerin von ihrer Freundin erwartete, wurde pünktlich geliefert, an die Packstation an der Esso-Tankstelle an der Wasserburger Landstraße. Das Problem war nur: Die Packstation ist defekt. Zwar hatte der Paketbote die Lieferung am 5. Juli noch einwerfen können, einen Tag später aber kam Uta Lettenmeyer nicht mehr an die Sendung heran. Die Anzeigetafel an der Packstation blieb dunkel, als Lettenmeyer ihren Sendungszettel einscannen wollte — und das Paket damit hinter Schloss und Riegel!

Die Haarerin ging daher zur nächsten Postfiliale am Rewe-Markt, wo man sich entschuldigte und versicherte, dass der Postbote das Päckchen garantiert am Freitag, 7. Juli, zu Uta Lettenmeyer nach Hause liefern werde – was nicht geschah. Lettenmeyer wählte daraufhin die Telefonnummer, die auf der Packstation angegeben war. Die Antwort: „Kein Anschluss unter dieser Nummer.“ Also suchte sich die sich die Nummer der Service-Zentrale in Bonn heraus, wo man ihr erklärte, dass der Postbote ihr das Päckchen überhaupt nicht bringen könne, solange die Station nicht repariert würde. Wann dies geschehen werde, fragte Uta Lettenmeyer. „Keine Ahnung“, lautete die Antwort. Am 13. Juli endlich gab es einen Lichtblick in der Päckchen- Odyssee: „Ein Mitarbeiter versprach mir, dass mir das Paket am nächsten Tag um 14 Uhr zugestellt würde“, erzählt Lettenmeyer. Doch, man ahnt es, auch daraus wurde nichts. Stattdessen wählte sich die genervte DHL-Kundin auf eigene Kosten bei gebührenpflichtigen Post-Hotlines die Finger wund.

In dem Paket waren auch wichtige Medikamente 

Schließlich, und das machte Uta Lettenmeyer richtig wütend, erklärte ihr ein freundlicher Herr am Telefon, dass ihr Paket nun auf dem Weg zurück zum Absender sei. Die Begründung: Das Paket sei ja schließlich neun Tage nicht abgeholt worden. Dass die Haarerin ihr Paket gerne geholt hätte, war dem Servicemitarbeiter egal. Ihm seien die Hände gebunden.

So eine Einstellung kann Lettenmayer nicht nachvollziehen: „Es ist doch Aufgabe der Post, dafür zu sorgen, dass ich mein Paket bekomme“, beschwert sie sich gegenüber HALLO. „Wofür werden die Leute denn bezahlt?“ Zudem fühlt sie sich nicht ernst genommen. Ganz abgesehen vom Inhalt des vermissten Pakets: „Der Käse, den mir meine Freundin in das Paket gepackt hat, ist mittlerweile verschimmelt. Außerdem sind wichtige Medikamente enthalten, die ich dringend brauche!“

Auf HALLO-Nachfrage gibt sich die Post in diesem Fall kleinlaut: „So wie das hier gelaufen ist, ist das natürlich nicht in Ordnung“, erklärt Pressesprecher Dieter Nawrath und entschuldigt sich für die Aussagen der Mitarbeiter am Servicetelefon. Es sei „das gute Recht von Frau Lettenmeyer, ihr Paket zu fordern und unsere Aufgabe, das zu regeln“! Allerdings sei Lettenmeyers Geschichte ein Einzelfall, betont Nawrath: „Natürlich kann in diesem besonderen Fall der Eindruck entstehen, es gehe bei der Post chaotisch zu, aber in der Regel passiert so etwas nicht!“ Als Wiedergutmachung schlug er vor, Uta Lettenmeyer einen Paketgutschein zukommen zu lassen. Mit diesem könne ihre Freundin erneut versuchen, das Paket zustellen zu lassen. Lettenmeyer ist aber skeptisch geworden: „Hoffentlich schicken sie‘s nicht wieder in eine defekte Packstation!“ 

Lydia Wünsch

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