Haarer Theaterprojekt gastiert in Berlin

„Spurensuche“ in der Hauptstadt

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Haarer Schüler befassen sich in ihrem Stück „Spurensuche“ mit dem Euthanasie-Morden in Haar zur Zeit des Nationalsozialismus. Damit erhielten sie deutschlandweit Anerkennung.

Vergangenes Jahr sind sie auf die Suche gegangen. In der Geschichte ihrer Heimatgemeinde. Und sie haben jede Menge Spuren gefunden, bittere Spuren einer fürchterlichen Zeit. Diese beeindruckende „Spurensuche“ hat nicht nur ihre Mitbürger in und um die Gemeinde Haar berührt, sondern sogar in der Bundeshauptstadt wurde man aufmerksam auf das Haarer Theaterprojekt: An diesem Mittwoch reist die Gruppe aus 35 Schülern zu einem ganz besonderen Gastspiel nach Berlin.

Im Rahmen der Preisverleihung des Schultheater-Wettbewerbs „Andersartig gedenken on stage“ im vergangenen Oktober in Berlin, bei der die Haarer Truppe den dritten Preis erhalten hatte, war die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Verena Bentele, auf die Theatergruppe rund um Farina Simbeck und Thomas Ritter aufmerksam geworden. Die Schüler hatten dabei ihr Stück „Spurensuche – Was für ein Mensch willst du sein?“ gezeigt. Bentele lud die Haarer prompt ein: Die Gruppe, bestehend aus Schülern des Ernst-Mach-Gymnasiums und der Mittelschule, soll an diesem Mittwoch ihr Stück als Beitrag zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Kleisthaus in Berlin aufführen. „Das ist für uns eine große Ehre“, freut sich Farina Simbeck.

Doch damit nicht genug! Zum einen wird es im Anschluss an die Aufführung eine Podiumsdiskussion zum Thema Eu- thanasie geben, bnei der auch die Schüler anwesend sind. Zum anderen wurden die Haarer Jugendlichen eingeladen, am Freitag, 27. Januar, der Kranzniederlegung am „Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde T4“ an der Tiergartenstraße 4 teilzunehmen.

Wer es nun an diesem Mittwoch nicht nach Berlin schafft, kann jedoch beruhigt sein. Außer in Berlin ist die „Spurensuche“ in diesem Jahr auch in Haar sehen: Am Freitag, 7. Juli, um 19 Uhr und am Samstag, 8. Juli, um 11 Uhr im Gesellschaftshaus des Klinikums im Rahmen des Zamma-Festivals. Ein besonderer Ort für die Schauspieler, „da dieses Gesellschaftshaus in etwa zur gleichen Zeit erbaut wurde, als die erste Eugenik-Konferenz in London stattfand und wir dies auch in unser Stück aufgenommen haben“, erklärt Regisseurin Simbeck.

Und auch sonst sind die jungen Frauen und Männer noch viel unterwegs: Es gibt Gastauftritte in Gymnasien, bei Workshops und an Universitäten. Auch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg hat wegen eines Gastauftritts der Schüler bereits angefragt. Dass das theatrale Erinnern seine erhoffte Wirkung entfaltet hat, darüber ist man bei der Bürgerstiftung Haar, die das Projekt initiiert hatte, entsprechend stolz. „Es ist genau das eingetreten, was wir uns so sehr erhofft haben: Das Stück und das wichtige Thema finden große Beachtung.“

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