Ärger in der Konradstraße

Verkehrschaos: Bis doch einmal etwas passiert

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Der silberne Golf steht mit leuchtender Warnblinkanlage halb auf dem Gehweg in der Haarer Konradstraße vor der Grundschule und blockiert zudem noch die Straße. Der Bus hat Schwierigkeiten durchzukommen, auch der Gegenverkehr wird behindert.

Autofahrer halten auf dem Bürgersteig oder stehen im absoluten Halteverbot, andere fahren viel zu schnell. Der Schulbus hat Probleme, überhaupt durchzukommen. Kurz: Es herrscht Verkehrschaos! Für Susanne Matheis, Anwohnerin in der Konradstraße in Haar, ist dies ein allmorgendliches Schauspiel. Die zweifache Mutter ist empört.

Susanne Matheis wohnt mit ihren beiden Kinder direkt gegenüber der Konradgrundschule in Haar. Jeden Morgen zwischen 7.35 und 7.50 Uhr präsentiert sich der Mutter das gleiche Bild: Die Eltern halten auf dem Gehweg oder im Halteverbot, blockieren mit ihren Autos den Schulbus, fahren viel zu schnell und achten wenig auf Fußgänger und Radfahrer. Matheis ist sauer: „Ich kann einfach nicht verstehen, wie rücksichtslos die Eltern sind, wenn es darum geht, ihre Kinder direkt vor die Türe der Schule zu fahren!“ Meistens würde sie ihre Kinder sogar den kurzen Weg über die Straße begleiten, weil sie Angst habe, sie könnten von den Autofahrern übersehen werden. „Es ist sehr unübersichtlich mit den vielen parkenden Autos“, sagt sie. Sie wisse nicht, inwieweit das Grundschüler schon einschätzen könnten.

Oftmals habe sie die Autofahrer auch angesprochen, sei allerdings meistens nur beschimpft worden. „Hauptsache, das eigene Kind ist sicher bis vor die Tür der Schule gefahren worden, mehr zählt für viele einfach nicht.“

Die Schule ist bislang nicht aktiv geworden. Bislang habe es noch keine Beschwerden gegeben, heißt es kurz und knapp aus dem Sekretariat. Man werde die Situation aber beobachten.

Dabei sieht Susanne Matheis gerade im Schulweg eine gute Möglichkeit für die Kinder, selbständiger zu werden. Das findet auch Ute Dechent, Pressesprecherin der Gemeinde Haar: „So ein kleiner Schulweg in der Früh und mittags tut den Kindern ja auch gut.“ Sie weist darauf hin, dass beispielsweise an der Leibstraße Schulweghelfer den Kleinen sicher über die Straße helfen. „Dort können die Eltern ihre Kinder ja raus lassen, sodass sie die paar Meter zur Schule zu Fuß gehen können.“

Dadurch würde das „Nadellöhr“ Konradstraße etwas entlastet, findet auch Matheis. Zumindest aber würde sich die Mutter wünschen, dass die Autofahrer etwas mehr Rücksicht auf die laufenden und radelnden Kinder nehmen und die Verbotsschilder auch ernst nehmen. Denn: „Ich habe jeden Morgen wieder aufs Neue Angst, dass irgendwann doch einmal was passiert.“

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