Haarer Malerin: „Die Mädchen“ kommen an die frische Luft

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Ungefähr zehn ihrer fantasievollen Bilder verkauft Corinna Weiss jedes Jahr.

Haar – Eine gute Portion Beschützerinstinkt schwingt mit, wenn Corinna Weiss über den anstehenden Tag der offenen Türen in den Ateliers der Hans-Pinsel-Straße 7 spricht. Einerseits freut sie sich über das große Interesse der Menschen; vergangenes Jahr kamen immerhin rund 350 Besucher. „Das erkennt man ungefähr am Verbrauch der Weingläser“, sagt sie lachend. Und doch ist es immer auch eine Überwindung, „ihre Mädchen“ dem Licht der Öffentlichkeit auszusetzen.

Die oft großformatigen Bilder von Corinna Weiss erzählen Kapitel einer fantastischen Geschichte, die sie sich selbst erzählt. Zu den Hauptpersonen („meinen Mädchen“) hat sie ein enges Verhältnis. Was zu Schwierigkeiten führt, denn das Verkaufen der Bilder gehört zum Leben eines Künstlers dazu. Und nicht jeder Interessierte weiß sich zu benehmen. „Einer hat sogar angefangen, an der Farbe zu kratzen. Er wollte wissen, mit welchen Materialien ich arbeite“, erinnert sie sich kopfschüttelnd. Aber auch schon das Abfotografieren der Bilder oder das Zur-Schau-Stellen auf Social-Media-Kanälen ist ihr ein Graus. „Am liebsten würde ich einfach nur malen, aber auch ein Künstler hat Rechnungen, die er bezahlen muss“, sagt Weiss.

Etwa zehn ihrer Bilder verkauft sie pro Jahr. Und nicht jeder eingeschlagene Weg bringt sie interessierten Verkäufern näher. Den Versuch, über einen Künstlernamen in neue Dimensionen vorzustoßen, hat sie mittlerweile wieder aufgegeben. „Die Leute kennen mich unter meinem richtigen Namen. So soll es auch künftig wieder sein“, hat sie dieses Kapitel wieder abgehakt.

Erfolg in der Welt der Kunst ist nicht planbar. „Viele Maler sind wahnsinnig gut und bekommen keinen Fuß in die Tür. Bei anderen fragt man sich schon, wo der Ruhm denn herkommt“, erzählt sie schmunzelnd. Berühmt werden, das ist nicht ihr Ziel als Künstlerin. Aber nur für sich selbst malt sie ihre Mädchen eben auch nicht. Wer in deren Geschichten eintauchen will, bekommt am Samstag eine gute Gelegenheit.

Marco Heinrich

Tag der offenen Türen in den „Hans-Pinsel-Ateliers“

Die Künstler des Atelierhauses in Haar an der Hans-Pinsel-Straße 7 laden am Samstag, 16. November, von 15 bis 20 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Dieser Tag ist eine Tradition geworden, findet alljährlich im November statt und erfreut sich großer Beliebtheit. Der Eintritt ist frei.

Heuer feiern die Hans-Pinsel-Ateliers ein kleines Jubiläum: Seit fünf Jahren dient das ehemalige Bürohaus als Heimstatt für Künstler. Überwiegend Maler aber auch Bildhauer sind im Haus vertreten. Am Tag der offenen Tür stellen sie ihre Werke vor und freuen sich auf Gespräche. Die vertretenen Künstler sind Claus Bierling, Fancher Brinkmann, Philipp Grieb, Hannes Höfler, Ramona Leiss, Andrea Matheisen, Alessandra Motta-Rees, Maria Öhlin-Lohstetter und Corinna Weiss. Als Gast ist außerdem Thomas Rasche dabei.

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