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Haarer Hauptausschuss diskutiert über Balkonsolaranlagen für Mieter

Normalerweise sind Solaranlagen auf Hausdächern von Eigentümern zu finden. Der Haarer Hauptausschuss will aber, dass auch Mieter künftig von der Solarenergie profitieren können.
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Normalerweise sind Solaranlagen auf Hausdächern von Eigentümern zu finden. Der Haarer Hauptausschuss will aber, dass auch Mieter künftig von der Solarenergie profitieren können.

Die Gemeinde Haar soll sich bei den Haarer Vermietern für Balkonsolaranlagen einsetzen. Diesen Antrag haben die Grünen im Gemeinderat gestellt. Im Hauptausschuss wurde er nun diskutiert. „Die Idee hat Charme“, sagt Peter Siemsen (FDP) dazu. Aber es gibt noch viel zu klären. Vor allem muss erst mal der Vermieter mitspielen.

Haar – Hauseigentümer profitieren bereits seit Jahren von der Energiegewinnung über Solaranlagen. Der Haarer Hauptausschuss wagt nun einen Vorstoß, dies auch für Mieter zu ermöglichen. Auf Antrag der Grünen wurde bei der vergangenen Sitzung über Balkonsolaranlagen diskutiert. Dabei wurde eines schnell klar: Die Idee ist durchaus attraktiv. Aber über die Umsetzung muss noch diskutiert werden. Denn das Thema Balkonsolaranlage ist noch ziemlich neu. Dabei findet der Ausschuss es durchaus attraktiv. Auch der Mieter kann so von der Energiegewinnung mittels Photovoltaik profitieren. Er kann damit Eigentum erwerben und einen Teil seiner Energiekosten sparen. Angebracht wird die Solaranlage an der Fassade des Balkons. Und damit beginnen auch die Schwierigkeiten. Der Vermieter muss das erlauben. Dann könnte man in einem zweiten Schritt über Sammelbestellungen und Ratenzahlungsmöglichkeiten für Mieter nachdenken. Denn bevor sich die Solaranlage rentiert, muss investiert werden. 600 Euro würde so eine Anlage im Schnitt kosten.

„Ein weiterer Vorteil wäre, dass man mit Balkonsolaranlagen in der Gemeinde wirklich einen großflächigen Beitrag zur Einsparung von CO2 leisten könnte“, wirbt Mike Sekinger von den Grünen für seinen Antrag. Vorausgesetzt, viele lassen sich von der Idee begeistern. „Die Idee hat durchaus ihren Charme“, sagt Peter Siemsen. Trotzdem gibt es noch viele Fragen. Wie sieht es mit dem Brandschutz aus? Was ist mit dem Ortsbild, wenn plötzlich an sämtlichen Häuserfassaden Solaranlagen befestigt sind? „Gerade das Jagdfeld ist durch die Sanierung der Fassaden wirklich hübsch geworden“, gibt Sonja Britt (CSU) zu bedenken. Ein weiterer Punkt, über den sich der Ausschuss Gedanken macht, ist außerdem: Kann die Verwaltung das Projekt überhaupt stemmen? Zunächst müssten die in Haar ansässigen Wohnbaugesellschaften angeschrieben werden, um zu erfahren, ob sie überhaupt bereit wären, Gespräche über das Thema zu führen. Dann müssten Infoveranstaltungen organisiert und Rundschreiben verschickt werden. „Unser Umweltreferat hat auch so schon sehr viel zu tun. Nicht, dass sie am Ende nur noch mit den Balkonsolaranlagen beschäftigt sind“, warnt Peter Schießl (SPD). „In der Tat würde das einen erheblichen Mehraufwand für die Verwaltung bedeuten“, bestätigt auch Umweltreferent Andreas Nemetz. Zu stemmen wäre das nur in Teilabschnitten und mit Hilfe der Energieagentur Ebersberg.

So entschied der Hauptausschuss am Ende der Sitzung, der Idee eine Chance zu geben. Einstimmig wurde beschlossen, in einem ersten Schritt, die in Haar ansässigen Vermieter anzuschreiben. Gleichzeitig soll bei der Energieagentur Ebersberg angefragt werden, ob diese zu einer Mitarbeit bereit ist. Dann erst werde man sehen, ob die Gemeinde in dieser Richtung weiter tätig werden kann. Am gestrigen Dienstag kam der Antrag dann in den Gemeinderat. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Nachtrag: Der Antrag ging durch den Gemeinderat. Allerdings wurde beschlossen, zuerst bei der Energieagentur Ebersberg um Mitarbeit anzufragen und dann auf die Vermieter zu zugehen. Vorher will sich erst noch der Gemeinderat umfassend über die technischen Details informieren und offene Fragen zu Brandschutz, etc. klären.  

Lydia Wünsch

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