Hoffen auf mehr Know-how

Haarer Gemeinderat beschließt Untersuchung der Einzelhandelssituation

In der Haarer Leibstraße gibt es viele Einzelhändler. Doch werden die sich dauerhaft halten können? Eine Studie soll diese Frage nun im Auftrag des Gemeinderats beantworten.
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In der Haarer Leibstraße gibt es viele Einzelhändler. Doch werden die sich dauerhaft halten können? Eine Studie soll diese Frage nun im Auftrag des Gemeinderats beantworten.

Wo in Haar fehlt welches Einzelhandelsgeschäft? Stimmt der Branchenmix? Welche Sparten haben Aussicht auf Erfolg? Dies und mehr soll ein Gutachten klären, das die Gemeinde Haar nun in Auftrag gibt.

Die großen Einkaufszentren weitab von der Wohnbebauung gibt es nicht in Haar, vielmehr setzt die Gemeinde seit langem auf die Strategie der kurzen Wege im Innenbereich, dort wo viele Bürger wohnen. An manchen Stellen aber fehlen Geschäfte für die Dinge des täglichen Bedarfs, vor allem in den dörflichen Ortsteilen.

Doch auch im Ortskern schließen Geschäfte, wie beispielsweise der Supermarkt an der Leibstraße und der Discounter am Bahnhof. Und den Hagebaumarkt an der Münchner Straße wird es möglicherweise in absehbarer Zeit ebenfalls nicht mehr geben. Der Mietvertrag läuft aus und die Hausverwaltung Stießberger GmbH wollte von der Gemeinde per Antrag auf Vorbescheid klären lassen, ob dort Einzelhandel und Gastronomie einziehen können. Inzwischen wurde der Antrag zurückgezogen, weil die Verwaltung dem Ansinnen ablehnend gegenüberstand.

Wie also sieht es mit der Einzelhandelssituation in Haar aus? Ist die flächendeckende Versorgung gesichert oder müssen viele Bürger weite Wege für Besorgungen des täglichen Bedarfs auf sich nehmen? „Vor dem Hintergrund der Bautätigkeit in unterschiedlichen Quartieren muss die Frage erörtert werden, wo welche Geschäfte im Einzelhandel möglich und sinnvoll sind, wie Ergänzungen geschaffen werden können und wie Konkurrenzen vermieden werden, um auch weiterhin eine flächendeckende Versorgung zu ermöglichen“, heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion, die im Juni ein Gutachten zur aktuellen Einzelhandelssituation beantragt hatte, das auch Ausblicke auf die Zukunft bieten soll.

Bei der Verwaltung stieß der Antrag auf offene Ohren, sie schlug im Juli dem Gemeinderat vor, noch in diesem Jahr ein entsprechendes Gutachten in Auftrag zu geben. Ein Angebot der CIMA, Institut für Regionalwirtschaft, hatte die Verwaltung bereits eingeholt. 17.255 Euro würde die Untersuchung kosten und wäre haushaltstechnisch aus dem vorhandenen Etat für Wirtschaftsförderung abrufbar, erfuhren die Gemeinderäte nun in ihrer jüngsten Sitzung. Während Gerlinde Stießberger (CSU) und Mike Seckinger (Grüne) vor einer Beauftragung noch mehr Informationen haben wollten, meinte CSU-Sprecher Dietrich Keymer: „Auch wenn ich jetzt in die absurde Situation komme, für einen SPD-Antrag zu kämpfen, tue ich es trotzdem. Alle weiteren Informationen kann man im Internet auf der CIMA-Website einsehen.“ Keymer regte an, ein qualifiziertes Einzelhandelskonzept erarbeiten zu lassen, die Bedürfnisse bereits ansässiger Unternehmen zu berücksichtigen und eine Aussage zum fehlenden Einzelhandel in Unterhaar anzufordern.

Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) versprach, diese Ergänzungen aufzunehmen. „Wir versuchten immer, steuernd einzugreifen, doch wo der Einzelhandel hinkommt, entscheiden letztlich Mieter und Vermieter einer Immobilie. Wir erhoffen uns von der Studie mehr Lösungs-Know-how“, so Müller. 

Gabriele Mühlthaler

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