50 Kinder warten bis zum Jahreswechsel

Haar will Container für mehr Kindergartenplätze

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An der Rechnerstraße 42-44 soll bis Jahresende ein Container-Kindergarten in der Gemeinde Haar entstehen. Anders ist die unerwartet große Nachfrage an Betreuungsplätzen nicht zu bewältigen. Langfristig soll eine neue Kita gebaut werden.

Grau ist alle Theorie. Geht es nach den Statistiken und Vorausberechnungen, hat die Gemeinde Haar mehr als genügend Plätze zur Betreuung von Kindern – in der Realität sieht das aber ganz anders aus. „Wir kennen jede Familie persönlich, die einen Platz benötigt. Denn bei uns gibt es kein Onlineverfahren, sondern eine direkte Vergabe über das Rathaus“, erklärt Bürgermeisterin Gabriele Müller den Engpass, der möglichst schnell behoben werden muss. Und das geht nur über eine temporäre Lösung mit Containern. Bis Jahresende soll ein neuer Container-Kindergarten an der Rechnerstraße 42-44 bezugsfertig sein. Im Kindergarten-Alter gibt es derzeit den größten Bedarf. Insgesamt 50 Kinder warten bis Anfang 2020 auf einen Platz. „In St. Konrad gab es nur 13 Anmeldungen für eine Ganztages-Klasse. Das war einfach zu wenig, um eine einzurichten. Auch wenn ich bittere Briefe von Familien bekommen habe, die das gerne gemacht hätten“, sieht Müller einen Grund für die starke Nachfrage. Außerdem würden immer mehr Eltern die neuen Rückstellungsmöglichkeiten für einen späteren Schulbeginn ihrer Kinder nutzen. Ein neuer Trend, lange Zeit ging die Tendenz eher dahin, die Kleinen möglichst früh einzuschulen. Und schließlich veranlasst der neue 100-Euro-Zuschuss des Freistaats einige Eltern dazu, die Buchungszeiten in den Kitas weiter auszudehnen.

Bis zum Jahreswechsel will die Gemeinde nun die Voraussetzungen schaffen, dass diese 50 Kinder in zwei Gruppen einen Platz finden. „Ich kann nicht versprechen, dass wir am 1. Januar das Personal haben. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen, die Räumlichkeit fertig zu haben“, sagte Müller. Welcher Träger den Kindergarten bezieht, steht ebenfalls noch nicht fest.

Wie teuer das Projekt wird, kann nur grob geschätzt werden. Rund 535.000 Euro schätzt die Verwaltung die Kosten ein. Doch bislang steht noch nicht einmal fest, ob die Container gekauft oder gemietet werden sollen. Nach rund vier Jahren ist der Kauf billlger als die Miete. Fünf Jahre lang soll das Provisorium stehen, auf lange Sicht wird sich der Gemeinderat ohnehin mit dem Bau einer dauerhaften neuen Kita beschäftigen müssen. Es klingt also nach einer einfachen Rechnung. Doch die Gemeinde scheut den Kauf, weil die Entsorgung der Container teuer wäre. Momentan sind beide Varianten ausgeschrieben. Es ist nicht das erste Mal, dass Haar auf Container-Lösungen setzt. Vor über 20 Jahren gab es die ersten für einen Kindergarten – in der Casinostraße wurden sie zu einer Dauernotlösung, die über 15 Jahre genutzt wurden. Auch am Wieselweg wurden sie eingesetzt und (wie in der Casinostraße) gekauft.

Marco Heinrich

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