Ein Mann des Wortes

Haar: Nachruf auf Hugo Peer

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Hugo Peer (r.) mit dem Haarer Altbürgermeister Helmut Dworzak.

Was von einem Menschen bleibt, ist eine Frage der Philosophie. Doch wenn ein Mann so viel hinterlässt wie Hugo Peer, dann liegt der Fall anders. Im Konkreten. Was bleibt, sind Worte, die nachhallen. Ideen, die bis ins heute reichen. Und viele Erinnerungen der Menschen, die seine Fußstapfen auszufüllen versuchen.

Hugo Peer wurden zwei Tage vor Weihnachten im Jahr 1922 geboren. Und tatsächlich muss die Welt ihm wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk vorgekommen sein, nachdem der Krieg endlich vorbei war. Schon 1946 besucht er die neu gegründeten Journalistenkurse an der Uni München. Er habe damals Glück gehabt, erinnerte er sich später. Die älteren Journalisten durften ihren Beruf nicht mehr ausüben, da sie nahezu ausnahmslos Mitglied der Reichspressekammer gewesen waren.

Das Wort wurde sein Begleiter. Erst bei den Nachrichtenagenturen DENA und dpa. Später dann in der Politik, nach seiner Berufung ins Presseamt der Staatskanzlei. Mentoren waren der damalige Fraktionsvorsitzende der SPD Waldemar von Knoeringen und Ministerpräsident Wilhelm Hoegner. 1959 wechselte Peer als Referent für Eigenpublikationen in die Landeszentrale für politische Bildung, wo er bis 1987 blieb. Nebenbei half er kräftig dabei, das Konzept des HALLO zu entwickeln und dem neuen Verlag Leben einzuhauchen.

Zum Vollprofi in Sachen Kommunalpolitik wurde Peer durch sein Engagement in der SPD. Von 1966 bis 1996 gehörte er dem Gemeinderat Haar an. Aus Peers Ideenkiste stammen die Schlagwörter „Rathaus der offenen Türen“ und „Demokratie vor Ort“, er initiierte die Bürgerfragestunde am Ende der Gemeinderatssitzungen. Auf eigenen Wunsch verließ er kurz vor seinem 80. Geburtstag das Rathaus. Am 3. September starb Hugo Peer, 13 Jahre nach seiner Ehefrau Lore. Er wurde 95 Jahre alt. 

mh

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