Der Nachbar wiegelt ab

Haar fürchtet Mehrverkehr durch Siedlungsmaßnahme Vaterstetten

Durch das Neubaugebiet in Vaterstetten befürchtet die Gemeinde Haar mehr Verkehr auf den eigenen Straßen.
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Durch das Neubaugebiet in Vaterstetten befürchtet die Gemeinde Haar mehr Verkehr auf den eigenen Straßen.

Negative Auswirkungen auf das eigene Straßennetz fürchtet die Gemeinde Haar durch die großflächige Ausweisung eines Baugebiets im Westen von Vaterstetten. Tatsächlich gibt es laut Gutachten Mehrverkehr, doch angesichts der Verkehrsprognosen für die Zukunft fällt der nicht ins Gewicht.

Knapp 600 Wohnungen für 1300 bis 1400 Menschen sollen laut Bebauungsplan 169 im Westen und Nordwesten der Gemeinde Vaterstetten entstehen. Geplant ist zudem „nicht erheblich lärmbelästigendes Gewerbe“, eine fünfgruppige Kindertagesstätte und eine Pflegeeinrichtung für Senioren. Ziel dieses Bebauungsplan ist es, dem aktuellen Siedlungsdruck gerecht zu werden, ein alters- und familienspezifisches Wohnraumangebot zu schaffen und demographische und soziale Ausgeglichenheit der Bevölkerungsstruktur in der Gemeinde zu unterstützen. So sind auch geförderte Wohnungen geplant.

Erschlossen werden soll das neue Siedlungs- und Gewerbegebiet über die Dorfstraße, an die im Nordwesten die Ottendichler Straße anschließt. Für die Gemeinde Haar ein Grund, nachzuhaken. „Die Gemeinde Haar befürchtet aufgrund der großflächigen Ausweisung von Baugebieten im Westen der Gemeinde Vaterstetten negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes der Gemeinde Haar“, heißt es in den Planunterlagen. Laut Verkehrsuntersuchung des Büros TRANSVER vom Oktober 2015 sei durch das Baugebiet auf der Ottendichler Straße mit 700 Fahrzeugen mehr in 24 Stunden zu rechnen. Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Haarer Verkehrsnetzes, insbesondere der Knotenpunkte im Ortsteil Ottendichl, könnten dem Gutachten nicht entnommen werden, monierte Haar und bat, dazu Zahlen nachzuliefern. Vor allem die Knoten Ottendichler Straße/B 471 und Weißenfelder Straße/B 471 sollten unter die Lupe genommen werden.

Das Ergebnis liegt inzwischen vor, wird laut Vaterstetten aber keine Änderung des Flächennutzungsplan-Entwurfs zur Folge haben. Der Grund: Entsprechend einem Verkehrsmodell von Harald Kurzak aus dem Jahr 2011 nimmt der Verkehr am Knoten Ottendichler Straße/B 471 von 14.200 Kfz/24 Stunden im Jahr 2011 auf 18.100 Kfz/24 Stunden im Jahr 2030 zu. Schon jetzt ist die Kapazitätsgrenze zur Rush- hour erreicht, es bilden sich Staus. Die 700 zusätzlichen Autos aus dem künftigen Siedlungsgebiet machen das Kraut da nicht fett. „Die Nachrüstung mit einer Lichtsignalanlage ist zukünftig, auch ohne Umsetzung des Bebauungsplans 169, notwendig“, heißt es in der Stellungnahme, die Vaterstetten der Nachbargemeinde zugeleitet hat.

Gabriele Mühlthaler

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