Große Abschiedsfeier für Bürgermeister Helmut Dworzak

Mister 89,9 Prozent sagt Servus

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Während seiner Amtszeit war Bürgermeister Helmut Dworzak im gesellschaftlichen Leben Haar fest verwurzelt – hier beim Neujahrsempfang 2007 mit Pfarrerin Martina Hirschsteiner (Jesuskirchhe), Pfarrer Johann Schweiger (St. Bonifatius/St. Konrad) und Mdl Dr. Peter Paul Gantzer

Es ist eine Zäsur für Haar und wohl auch für Helmut Dworzak (SPD) – nach 22 Jahren geht der Erste Bürgermeister der Gemeinde in den Ruhestand. Ab 1. Mai übernimmt Dworzaks Parteikollegin Gabriele Müller den Chefsessel im Haarer Rathaus.

Er ist ein Haarer Kindl, wie es im Buche steht und hat in der Gemeinde 44 Jahre lang Politik gemacht. 1992 wählten die Haarer Helmut Dworzak zum Ersten Bürgermeister und bestätigten ihn danach viermal im Amt, zuletzt 2008 mit 89,9 Prozent der Stimmen. Einen besseren Beweis dafür, dass die Haarer mit der Arbeit ihres Rathaus-Chefs mehr als zufrieden waren, kann es wohl kaum geben.

Wäre er 2014 erneut angetreten, hätten die Haarer Bürger Helmut Dworzak wohl wieder im Amt bestätigt.

Doch schon 2008 hatte Dworzak entschieden: „Für die Kommunalwahl 2014 stehe ich sowohl als Bürgermeister als auch für die Gemeinderatsliste nicht mehr zur Verfügung“. Eine weitere Amtszeit hätte in Dworzaks 70. Lebensjahr gereicht.

Ohne Termindruck

Die Lust an der Kommunalpolitik hat Helmut Dworzak nicht verloren, doch nun freut er sich auf Zeiten ohne Termindruck und ohne die große Verantwortung für ein Gemeinwesen mit rund 22.000 Menschen. In den letzten Amtstagen, beim Ausräumen und Sichten, „fällt die Last zwar ab, aber man ist erstaunt, wie umfangreich und vielfältig die die Belastung in diesem Beruf ist“, so Dworzak im Gespräch mit der HALLO-Redaktion. Ein wenig Wehmut ist schon verbunden mit dem Abschied aus dem Rathaus, denn seine Arbeitstage dort hat Helmut Dworzak stets „mit großer Freude“ verbracht. Es habe Spaß gemacht mit der Verwaltung im großen Team hervorragend zusammen zu arbeiten und Probleme zu lösen.

Problem Kindergärten

Das drängendste, das Dworzak nach seiner Wahl zum ersten Bürgermeister im Jahr 1992 angehen musste, waren „die Kindergartenplätze“. Damals gab es viel zu wenige in Haar und bald wurde der erste gemeindliche Kindergarten eröffnet. Irgendwie wiederholt sich die Geschichte, denn auch Dworzaks Nachfolgerin Gabriele Müller wird sich mit dem Problem „Kindergartenplätze“ auseinandersetzen müssen. Baulich sind zwar genügend vorhanden, doch können nicht alle betrieben werden, weil geeignetes Personal in Bayern Mangelware ist.

Zufriedene Bilanz

Mit der Bilanz seiner 22 Amtsjahre als Erster Bürgermeister von Haar ist Helmut Dworzak zufrieden. „Es ist was geschehen!“ Das Echo zu seinem Abschied sei beeindruckend und bestätige seine Einschätzung. „In 22 Jahren hat Haar einen gewaltigen Weg zu einer vielseitigen, lebendigen Gemeinde zurückgelegt mit einer Infrastruktur auf sehr hohem Niveau von Familienzentrum bis zum Hospiz“. Das finde, ebenso wie die städtebauliche Vielfalt, hohe Anerkennung in Fachkreisen. „Haar ist urbaner geworden und nicht mehr einfach der nette Vorort von München“, sagt Dworzak. Als wichtigste Aufgaben für seine Nachfolgerin zählt Helmut Dworzak die Rekrutierung von Kindergartenpersonal, die Frage einer zweiten Grundschule und die Kombination Jugendstilpark und sozialer Wohnungsbau auf.

Ein Leben in Haar

Sein ganzes Leben hat Helmut Dworzak in Haar verbracht. Als er 1950 das Licht der Welt erblickte, lebte seine Familie bereits in vierter Generation dort. Sein Schülerleben begann in der Konradschule und schloss mit dem Abitur am Maria-Theresia-Gymnasium. Nach dem 1. Staatsexamen im Jahr 1976 – in dem er auch die Ehe mit Juliane Lanzinger schloss – wirkte Helmut Dworzak als Studienreferendar und später als Studienrat am Willi-Graf-Gamnasium. Schon 1972, mit nicht mal 22 Jahren, zog Helmut Dworzak für die SPD im Haarer Gemeinderat ein, wurde 1984 Fraktionsvorsitzender und 1990 – nach der vierten Wahl in den Gemeinderat – zweiter Bürgermeister. 1992 wählten die Haarer Dworzak dann zum Rathaus-Chef.

Leben für die Gemeindepolitik

Zwei Drittel seines Lebens hat Helmut Dworzak der Haarer Gemeindepolitik gewidmet und weiß, dass der Ausstieg für eine Weile mit einer „kleinen Senke“ verbunden sein wird. Doch für die nächsten Wochen ist Dworzak schon ausgebucht mit Haus- und Gartenprogramm. „Meine Frau hat eine Liste für mich geschrieben, die ich abarbeiten muss. Und dann gibt es Anfragen wegen fester Babysitter-Termine, weil meine Tochter wieder in den Beruf einsteigt. Wenn das alles klar ist schaue ich mal, wo ich mich selbst finde“, sagt Dworzak. Dann werde er Dinge in Angriff nehmen, für die er in den vergangenen Jahrzehnten weder Zeit noch Muße gefunden habe. 

Gabriele Mühlthaler

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